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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas
Date
1904-02-01
Page
Seite 43 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 43 - Aerzten und Apotheken, Lehrern und Lehrerinnen fehlt, ist ebenso selbstverständlich, wie das Vorbandensein von Gastwirtschaften in deutschen Siedelungen, ja sogar die besten Hotels in Haifa und Jaffa befinden sich im Besitz von Deutschen. In Haifa leben auch ein deutscher Ingenieur und ein Techniker, während in der Kolonie bei Jerusalem zwei Architekten, ein Meteorologe und ein Naturaliensammler aufgeführt werden. Durch die grosse Zahl guter Handwerker, Gewerbetreibender und Leute mit höherer Bildung, sowie durch den Kredit, den die Kaufleute gemessen, üben die deutschen Kolonien einen weit grösseren Einfluss aus, als wie der Zahl nach gerechnet ihnen sonst zukommen würde. Sie stellen eben die Pioniere westlicher Kultur im Orient dar, und auch die Deutsche Palästina- Bank in Jerusalem, Jaffa und Haifa findet in den deutschen Kolonien eine wesentliche Unterstützung. Auch landwirtschaftlich kann man sie als Pioniere betrachten: in der Einführung moderner landwirtschaftlicher Geräte, wie Mähmaschinen und Pflüge, sind sie den jüdischen Kolonien zeitlich vorangegangen, und in bezug auf Futterbau sind sie letzteren noch heute voraus. Mit echt schwäbischer Zähigkeit haben die Leute es verstanden, sich den orientalischen Lebensverhältnissen anzupassen, ohne dabei die deutsche Nationalität — sowohl innerlich als äusserlich — einzubüssen. Sie haben die harten Prüfungen, welche das Fieber, durch das sie anfangs in Sarona in furchtbarer Weise dezimiert wurden, über die junge Kolonie gebracht hat, mannhaft ertragen und befinden sich jetzt in einer relativ behäbigen und gesunden Situation. Dennoch ist von einem kräftigen Vorwärtsschreiten der Kolonien wenig zu spüren. Die Lebensansprüche der Kolonisten sind im Hinblick auf das Land relativ bedeutende, die Erwerbsgelegenheit keine sehr ausgedehnte, so dass ein Teil des Nachwuchses vorzieht, anderswo in der Welt sein Glück zu versuchen. Zur Erklärung der geringen Zunahme der Kolonisten in den letzten zwanzig Jahren ist sicherlich auch die Einwirkung des Klimas in Betracht zu ziehen. Der schwäbische Stamm, aus dem sich die Kolonisten vorzugsweise rekrutieren, ist verhältnismässig unvermischt germanischer Herkunft. Die Germanen repräsentieren aber eine ganz spezielle Anpassung der arischen Völkergruppe an mitteleuropäisches, d. h. nördlich gemässigtes Klima. Alle Versuche der Germanen, nach Süden vorzudringen, sind bisher gescheitert; die Langobarden in Italien, die Goten

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