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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 41

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas
Date
1904-02-01
Page
Seite 41 (sequence 3)
Language
German
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— 41 — eine grosse Zukunft wird diese Kolonisation kaum haben, da die Tscherkessen viel lieber nach Kleinasien gehen, wo schon der bei weitem grösste Teil angesiedelt ist, und wo ja noch Platz in Hülle und Fülle für den verbleibenden Rest dieses Stammes ist. Von weit grösserer Bedeutung für das Land ist die Kolonisation der Templer, jener württembergischen religiösen Sekte, die in ihrem Bestreben, dem Urchristentum nahe zu kommen, allmählich die spät-christlichen Dogmen abgestreift hat und daher jetzt, bis auf den Ritus, der jüdischen Religion nahe steht. Die ersten Einwanderer dieser Sekte kamen 1868 nach Palästina und gründeten nach einem missglückten Versuch am Eingang der Ebene Jesreel 1869 die Kolonien in Haita und Jaffa, 1871 die Kolonie Sarona bei Jaffa, 1873 eine Kolonie in Jerusalem, während 1903 Land für eine Kolonie bei Ramie gekauft wurde. Die Zahl der Templer in Palästina belief sich 1878 auf 850, 1884 auf 1300 Seelen. Im vorigen Jahre betrug zwar die Zahl der in den Kolonien lebenden Deutschen 1371, die Zahl der Templer war aber auf 1116 zurückgegangen, der Rest bestand aus 239 Evangelischen und 16 Katholiken. Man sieht demnach, ein numerischer Fortschritt ist in den letzten Jahren kaum zu verzeichnen, wohl hingegen ein wirtschaftlicher, indem jetzt der grössere Teil der Kolonisten in auskömmlichen, ein bedeutender Teil sogar in guten Verhältnissen lebt. Die Kolonien in Jaffa und Jerusalem sind fast rein städtischer Natur, die Kolonisten sind grösstenteils Handwerker oder Kaufleute, die Kolonie in Jerusalem besitzt kein Ackerland und nur 12 ha "Weinberge, während in Jaffa neben 32 ha Weinbergen noch 15 ha Ackerland und 8 ha Orangengärten gezählt werden. Auch die Kolonie in Haifa ist eine überwiegend städtische, doch finden sich hier neben 33 Handwerkern, 13 Gewerbetreibenden, 9 Kaufleuten, 13 dem Beamtenstand oder liberalen Professionen angehörenden immerhin noch 23 Winzer und 16 Bauern. Die für Getreidebau brauchbare Fläche ist 280 ha gross, dazu kommen 37 ha Weinberge und viel noch brachliegendes Weinland auf dem Karmel. Die Kolonie Sarona ist überwiegend landwirtschaftlich, indem sie 20 Bauern und 10 Winzer neben 24 Gewerbetreibenden und Handwerkern beherbergt, und über 300 ha Ackerland, 150 ha Weinberge, 24 ha Orangengärten, 2 ha Waldanlage und 1 ha Olivengärten verfügt. Die neue, etwa 15 km von Jaffa gelegene Kolonie ist

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