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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 40

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas
Date
1904-02-01
Page
Seite 40 (sequence 2)
Language
German
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— 40 — Juden derjenigen der deutschen Templer weit näher, als letztere der Kolonisation christlicher Maroniten; die Kolonisation der Maroniten wiederum unterscheidet sich von der Methode sesshaft gewordener arabischer mohammedanischer Nomaden weniger, als letztere von der Kolonisation der gleichfalls mohammedanischen Tscherkessen. Im allgemeinen aber kann man unter der mohammedanischen Kolonisation die im Orient allgemein herrschende Methode der Eingeborenen verstehen, man würde also auch die, eine eigene Religionsgemeinschaft repräsentierenden Drusen sowie die christlichen Maroniten mit hinzurechnen müssen. Es ist die primitivste Art der Kolonisation im Orient, die aber das Gute hat, mit ganz geringen Mitteln durchführbar zu sein. Wir wissen im einzelnen über den Umfang derselben nur wenig, wir kennen zwar eine ganze Reihe neuerer Dorfgründungen, sowohl von Maroniten und sesshaft gewordenen Nomaden, als auch von Drusen, wir wissen auch, dass Marokkaner, Algerier und Aegypter sich gleichfalls Ende des vorigen Jahrhunderts, wenn auch in beschränkter Anzahl, in Palästina niedergelassen haben. In bezug auf den Umfang, Erfolg und die Aussichten dieser Kolonisation tappen wir aber noch im Dunkeln, und es würde eine verdienstliche Arbeit sein, diesen Wanderungen und Siedelungen im einzelnen nachzugehen. Die kulturell etwas höher stehenden Tscherkessen sind gleichv falls erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ins Land gekommen, und zwar mit Unterstützung der türkischen Regierung, die ihnen dort Land angewiesen hat. Wieviel tscherkessische Dörfer in Palästina existieren und mit welcher Kopfzahl, ist unbekannt. Was die Resultate derselben betrifft, so gehen die Ansichten auseinander; während von einer Seite gemeldet wird, dass die Siedelungen der Tscherkessen gut reüssieren, wird von anderer Seite die Ansicht vertreten, dass die s}n:ische Kolonisation der Tscherkessen, im Gegensatz zu der kleinasiatischen, als misslungen angesehen werden muss.*) Wer Erfahrungen in bezug auf Kolonisation hat, weiss, dass man allgemeinen Urteilen über das Gelingen oder Misslingen gegenüber sich nicht skeptisch genug verhalten kann; es bedarf speziellen Studiums der einzelnen Siedelungen, um daraus allgemeine Schlüsse ziehen zu dürfen, und solche liegen bisher nicht vor. Wie dem aber auch sei, *) Vgl. die diesbezüglichen Angaben in A. Aarons ohn und Dr. S. Soskin „Die Rosinenstadt Es-Salt", Altneuland, No. l, S. 21. D. Red.

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