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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Harmonische und disharmonische Genossenschaften
Date
1904-02-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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— 37 — verknüpft. Steigt dieser Preis, so gleicht kein, Sinken eines anderen Warenpreises seinen Vorteil aus, denn er ist mit den anderen Preisen durch sein Interesse als Verkäufer nicht verknüpft. Im Gegenteil, dieser Preissturz der anderen Waren kommt ihm in doppelter Weise zugute, als Verkäufer, weil dadurch die allgemeine Kaufkraft für seine eigenen Waren grösser wird, und als Käufer, weil er sein Bedürfnis nach jenen anderen Waren billiger decken kann. Fällt aber der Preis seiner eigenen Ware, so ist nicht sein Komfort, sondern seine Existenz in Frage. Für ihn gibt es kein Ersatzmittel. Er beherrscht den Warenmarkt einzig und allein mit seinem Produkt, das seine Kaufkraft bedingt. Und der zweite Unterschied ist folgender: Der Profit, den der Käufer möglichst vermindern und der Profit, den der Verkäufer möglichst vermehren will, sind zwei verschiedene Dinge. Dem Käufer liegt nur daran, die auf die Wareneinheit entfallende Rate des Profits herabzudrücken. Damit ist sein Vorteil erschöpft. Er kann nicht mehr Einheiten einer bestimmten Ware kaufen*), als das Verhältnis seiner Bedürfnisse zu seiner Kaufkraft bestimmt. Beides ist individuell eng begrenzt, und damit der Vorteil, den er am Einkauf einer bestimmten Ware erringen kann. Dem Verkäufer aber liegt am Gesamtprofit, d. h. es liegt ihm nicht nur daran, die auf die Wareneinheit entfallende Rate des Profits zu erhöhen: damit ist sein Vorteil nicht erschöpft. Sondern er will auch s o viel wie möglich von diesen Profitraten für sich gewinnen. Er strebt danach, soviel Einheiten seiner Ware zu verkaufen, als die gesamten Käufer aufnehmen können. Das ist zwar auch eine Begrenzung, aber eine gesellschaftliche und ungeheuer weite, ist für den einzelnen praktisch unbegrenzt. Auf Grund dieser neuen Erkenntnis bin ich dazu gelangt, eine bisher von der Theorie gänzlich vernachlässigte Beziehung zu studieren, die man nur als Problem hinzustellen braucht, um sofort zu erkennen, das,s hier der Schlüssel zu sehr wichtigen Problemen der Tauschwirtschaft zu finden sein wird. Wie verhält sich unter den verschiedenen Konjunkturen des Marktes der Käufer einer *) Es handelt sich natürlich nicht um den Wiederverkäufer, der Produzent ist, sondern um den letzten Verzehrer (Konsumenten).

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