Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Harmonische und disharmonische Genossenschaften
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 38 — Ware — nicht zu den Verkäufern, sondern zu den anderen Käufern dieser Ware und zu ihrer Gesamtheit? Und wie verhält sich der einzelne Verkäufer einer Ware zu den übrigen Verkäufern derselben, Ware oder ihrer Gesamtheit? Es ist klar, dass sich auch in dieser Beziehung das wirtschaftliche Selbstinteresse sowohl der Käufer als auch der Verkäufer und zwar sowohl des einzelnen als auch der Gesamtheit, nur um die eine Erscheinung dreht, den, Preis der; nachgefragten oder angebotenen Ware auf dem gemeinsamen Markte. Der Käufer wünscht immer einen möglichst niederen, der Verkäufer immer einen möglichst hohen Preis zu erzielen. In welcher Weise kann dieser Wunsch zum Motiv werden, das wirtschaftliche Handlungen auslöst? Des Käufers Interesse an billigen Preisen w^ird befriedigt, wenn entweder das Angebot seiner begehrten Ware steigt, oder die Nachfrage nach dieser Ware fällt. Auf das Angebot hat er als Käufer keinen, unmittelbaren Einfluss, wohl aber auf die Nachfrage! Und des Verkäufers Interesse wird befriedigt, wenn entweder das Angebot seiner Ware sinkt, oder die Nachfrage nach dieser Ware steigt. Auf die Nachfrage hat er als Verkäufer keinen unmittelbaren Einfluss, wohl aber auf das Angebot! Oder mit anderen Worten: Das Bestreben der Gesamtheit der Käufer geht auf jedem Markte dahin, dass die wirksame Gesamtnachfrage — und das Interesse der Verkäufer geht dahin, dass das wirksame Gesamtangebot nach Möglichkeit zurückgehalten wird. Geradezu vital wird dieses Interesse aber für die Käufer, wenn der jeweilige Marktpreis einer für sie wichtigen Ware stark über seine „natürliche" Höhe steigt — und für die Verkäufer, wenn, ihr Produkt stark unter" seinen „natürlichen Preis" sinkt. Im ersten, Falle ist der Komfort — und unter Umständen sogar die Existenz der Käufer bedroht. Im letzteren Falle ist unter allen, Umständen die Existenz der Verkäufer bedroht. Wir werden also die Motive und das Verhalten der Käufer am genauesten, unter den Verhältnissen steigenden — und das der Verkäufer unter den Verhältnissen f allenden Preises ihrer Ware beobachten können. Und wir! werden uns auch auf das Studium dieser beiden extremen Fälle beschränken dürfen, da eine einfache elementare Betrachtung zeigt, dass