Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Rosinenstadt Es-Salt
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 20 — und Galiläa gut gedeihen, da wir es hier mit der nämlichen geologischen Formation zu tun haben, und «die übrigen Bedingungen, wie Klima, Höhenlage etc., ziemlich identisch sind. So können wir hierfür die folgende Beobachtung anführen. Auf dem Karmel zwischen Tireh und Ain Ghazal (Quelle der Gazellen) befinden sich die Dörfer Ain-Hod und Dscheba.'. In diesem Teile ist der Karmel mit Gebüsch von Eichen, Johannisbrot-, wilden Oel-, Terpentinbäumen bedeckt, und darunter findet man ganz unerwartet mehrere Kiefern, deren Ursprung ganz unerklärlich ist. Es gibt wohl Kiefern auf dem Karmel in der Umgebung von Haifa. Diese Kiefern wurden von Deutschen dahin verpflanzt, sie sind noch verhältnismässig jung. Dagegen sind die von der Umgebung von Am-Hod alte Bäume. Etwas Identisches ist auch auf dem Es-Salter Gebirge zu beobachten. Als wir die Weinberge dort besuchten, kamen wir auf den nördlichen Abhang des Dschebel 'Oscha, von wo aus man eine prachtvolle Aussicht auf das Tal des Nahr-ez-Zerka (der blaue Fluss) oder Jabok hat. Plötzlich, ohne nur im entferntesten darauf vorbereitet zu sein, erblickten wir unter den Terpentin-, Eichenbäumen usw. eine junge Kiefer. Bis dahin sind wir in der ganzen Gegend keinen Kiefern begegnet. Die Araber dieser Gegend kennen gar keine Gruppen von dieser Holzart, nur hin und wieder kommen einzelne Exemplare davon vor. Auf diese Weise offenbart sich häufig die Analogie des Charakters der Waldesvegetation des Gebirges von Gilead oder von Adschlün mit dem von Samaria und Galiläa. Wir biegen um den Dschebel 'Oscha, um seinen Gipfel zu erreichen, der sich in einer Höhe von 1096 m über dem Meeresspiegel befindet. Von hier aus hat man einen der schönsten Ausblicke, die man in Palästina gemessen kann. Das Panorama ist grossartig. Was zu allererst in die Augen fällt, ist die lange Jordandepression. Man sieht gut den ganzen Wasserlauf, von seinem Erscheinen aus dem Tiberiassee bis an seine Mündung ins Tote Meer. Das letztere lässt sich ebenfalls gut unterscheiden trotz des es umhüllenden Nebels. Und es ist wahrhaftig ein Hochgenuss zu dieser Saison, von diesem Punkte aus den durch die grüne Depression des Ghor gebildeten Teppich zu bewundern, mit dem Blicke die kleinsten Schlingungen des Jordans zu verfolgen, dem man den Nahr-ez-Zerka (den Jabok) sich anschliessen sieht. Von überall ist die Jordandepression von hohen Bergen umschlossen. Ganz im Norden,