Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Rosinenstadt Es-Salt
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 19 — Esau angewendet. Die Herstellungsweise dieser getrockneten Feigen ist aber eine sehr mangelhafte, und so ist es momentan unmöglich, daraus einen Handelsartikel zu machen. An den Rändern der Weinberge finden wir hier eine sehr interessante Terebinthacee, den Gerbersumach (Rhus coriaria), den man hier als Strauch wachsen lässt, und dessen Frucht in pulverisiertem Zustande als Küchengewürz benutzt wird. Wenn der Weinberg zu alt wird und nicht mehr zufriedenstellende Ernten liefert, wird darauf der Sumach ebenso wie auf nicht bebauten Flächen zur freien Entwickelung gelassen. Er wird aber dann jährlich geschnitten. Die Blätter und jungen Reise werden getrocknet, zermahlen und auf dem Markte von Nabulus verkauft, wo es mehrere Gerbereien gibt. Es ist sicher,, dass ausser dem örtlichen Verbrauche das Sumachmehl auch noch einen leichten und lohnenden Absatz auf den auswärtigen Märkten finden würde, trotz der gegenwärtigen Fülle von Gerbstoffen. Die nähere Betrachtung der Bewegung des Imports von Sumachholz nach den Vereinigten Staaten wird diese Behauptung bestätigen. In erster Linie kommt für den nordamerikanischen Markt das Sumachholz von Sizilien in Betracht. Aber es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass wir imstande wären, sogar mit dieser Qualität in den Vereinigten Staaten von Amerika, welche ja auch allein recht grosse Mengen davon erzeugen, zu kämpfen. Das uns räumlich näher liegende Bulgarien exportierte im Jahre 1895 1 440 000 kg Sumach, nach einem Rückgang im Jahre 1897 und 1898 auf 820 000 kg bezw. 680 000 kg stieg die Ausfuhr im folgenden Jahre 1899 wiederum auf 1 060 000 kg und im Jahre 1900 auf 1 430 000 kg. Wenn man sich also vergegenwärtigt, dass der Sumach hier im wilden Zustande vorkommt, dass er sich auf trockendürren Böden sehr gut entwickelt, dass auf diese Weise seine Kultur nichts kostet, dass er dann vom Landwirt in der sonst arbeitslosen Zeit geerntet und an der Sonne getrocknet werden kann, ohne dass besondere Räumlichkeiten dafür notwendig sind, dass schliesslich der Landwirt ihn im Winter mahlen und daraus einen bescheidenen, aber doch ausreichenden Gewinn ziehen kann, wenn man dies alles in Betracht zieht, so kann man nicht umhin, ihn recht warm zur Bewaldung der Berge von Samaria sowie des oberen Galiläas zu empfehlen. Nach unserer x\nsicht kann und muss die Waldesvegetation von Es-Salt auch in Samaria