Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Rosinenstadt Es-Salt
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 17 — Salt; infolge aber der Beziehungen, die mit der Aussenwelt immer häufiger werden, wird die Einheitlichkeit des Typus zweifellos verschwinden müssen. Bis noch vor kurzem bildete Es-Salt den östlichsten Posten des transjordanischen Gebietes, wo die türkische Herrschaft, wenn auch schwach, ausgeübt wurde. Kerak war noch ein Kaimmakamlik, von wo aus man mit vieler Milde regieren musste, wollte man nicht einen Aufstand der Beduinen hervorrufen oder fürchterliche Repressalien durch einen 'Akt von Strenge verursachen. Seither wurde Kerak ein Mutessarriflik, Sitz eines Gouverneurs, die Zahl der Soldaten in der Garnison wurde vermehrt, die Beduinen werden strenger gehalten, die Verbindungen mit dem Osten und Südosten wurden leichter, und Es-Salt gewann als Stapelplatz für den Handel an Bedeutung. Diese Stadt gehörte einst dem Mutessarriflik von Adschlün an, wo die türkische Macht nur dem Namen nach existierte. Alsdann ging sie an die Regierung von Nabulus über. Der Jordan bildet aber natürliche Schranken, welche die Ueberwachung des jenseitigen Gebietes schwierig machen. Daher wurde der Kaimmakamlik von Es-Salt unter den Mutessarriflik von Kerak gestellt. Es-Salt gewann noch an Bedeutung nach der kürzlich stattgehabten Errichtung der Telegraphenlinie von Heclschas. Die Einwohner von Es-Salt sind Ackerbauer und Kaufleute. Gewerbe wird fast gar nicht ausgeübt. Nur die Fabrikation von gewöhnlichen Teppichen aus Ziegenhaar kann erwähnt werden. Es-Salt ist gleich Nabulus von Obst- und Gemüsegärten umgeben, weil es gleich Nabulus viele Quellen besitzt. Mitten in der Stadt sprudelt der Ain-Dschaddur hervor, eine reiche Quelle, die erst vor kurzem, dank den Bemühungen und der Fürsorge des jetzigen Präsidenten des Stadtrates, der sich schon bei anderen gemeinnützigen Arbeiten, wie Strassenbau etc. auszeichnete, aufgefangen und mit Tränkstellen versehen wurde. Im Dschaddurtale sieht man die verschiedensten schönsten Fruchtbäume. Da der Boden hier fruchtbarer ist als in Nabulus, so haben hier die Bäume eine schönere Entwicklung. Man sieht hier grossartige Nuss- und Maulbeerbäume, sehr schöne Feigen, riesenhafte Birnen. Zu unserem grossen Erstaunen fanden wir hier die Baumkultur in einem bedeutend besseren Zustand als in Nabulus. Die Bäume sind in einer ziemlich ausreichenden Entfernung voneinander gepflanzt. Wenn auch der Baumschnitt noch nicht ausgeübt wird, so wird doch schon häufig die Entfernung der Geize vorgenommen.