Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Palästina als Kolonisationsgebiet
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 12 — kennt man daran, dass die vier Exportplätze Palästinas — Jaffa, Haifa, Akka, Gaza — im Jahre 1900 exportierten: Weizen für 4,5 Mill. Frcs. Gerste „ 2,5 „ Sesam 1,2 „ „ Dazu kommen noch an Gartenprodukten für 2 Mill. Frcs. Apfelsinen, im wesentlichen von den Arabern bei Jaffa kultiviert, und für 1,2 Mill. Frcs. Wem, im wesentlichen von den jüdischen Kolonisten gebaut. Die Ausfuhr an Seife (2,5 Mill. Frcs.) kann man gleichfalls zu der landwirtschaftlichen Produktion rechnen, da sie fast ausschliesslich aus dort kultiviertem Olivenöl hergestellt wird. Geht aus diesen wenigen Ziffern deutlich hervor, dass schon jetzt die Ausfuhr dieses Ländchens eine sehr erhebliche ist — übersteigt sie doch schon mit den angeführten wenigen Hauptprodukten die Gesamtausfuhr der beiden wichtigsten deutschen Kolonien Deutsch-Ostafrika und Kamerun zusammengenommen, die bei l1^ Millionen Quadratkilometer etwa 10 Millionen Einwohner besitzen, also 50mal so gross sind und 16 mal so viel Einwohner haben —, wieviel grösser könnte die Ausfuhr werden, wenn das gesamte verfügbare Land der Küstenebene mit Dörfern bedeckt und die sanfteren Hänge der Gebirge sämtlich mit Oliven bestanden oder für Obst und Gemüse terrassiert wären! Nicht nur verdoppeln Hesse sich die Ausfuhr agrikultureller Produkte, sondern vervielfachen, und ebenso würde auch schon bei den jetzt gegebenen politischen und rechtlichen Verhältnissen unter Ausnutzung aller Vorteile das Land eine mehrmals grössere Bevölkerung ernähren können als heutzutage. Freilich dürfen wir nicht vergessen, dass die Landwirtschaft dazu in anderer, weniger primitiver Weise gehandhabt werden muss wie bisher. Bei extensiver Weidewirtschaft ohne Futterbau und ohne Düngung wird im Durchschnitt die Familie weit mehr benötigen als 15 ha, zumal wenn man noch die unfruchtbaren Gebiete der Wüste Juda, sowie die Fläche des Toten Meeres mit einrechnet. Aber es ist auch nicht der geringste Grund einzusehen, warum es nicht gelingen sollte, die Landwirtschaft zu verbessern und in rationeller Weise zu intensifizieren, wenn nur erst die Hauptbedingungen der leichten Zugänglichkeit des Gebietes durch gute Strassen und möglichst viele Schienenwege geschaffen sein werden. Gerade nach dieser Richtung steht nun Palästina am Vorabend einer neuen Zeit. Bald wird man das