Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Palästina als Kolonisationsgebiet
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 11 — Jerusalem..... nach 39jährigem Durchschnitt 662 mm Sarona bei Jaffa . . . „ 9 „ 558 „ Haifa....... 16 „ 705 „ Nazareth......„ 10 „ „ 612 „ Liberias (in der trockneren Jordansenke) . . . 10 „ 528 „ Kosseir am Hermon . 2 „ 1020 „ Also Gaza erhält etwas weniger Regen als Deutschland im Durchschnitt, die meisten Plätze erhalten etwas mehr, das zum Libanon gehörige, aber fast an der Grenze Palästinas liegende Kosseir fast doppelt so viel. Infolge der Verteilung der Regen kann man natürlich ohne Bewässerung nur solche Gewächse bauen, die vom Mai au des Regens nicht mehr bedürfen. Da nun der Winter nicht kalt ist und auch regenreich genug, so reifen "Weizen und Gerste recht gut, daneben baut man Durrha (eine Art Hirse), Kichererbsen, Linsen, Wicken, Lupinen, Sesam, Tabak und noch vieles andere. Die Ernten sind natürlich recht verschieden, je nachdem die Spätregen Ende März-April genügen oder nicht. Dass sie aber in guten Jahren recht bedeutend sind, ersieht man aus den in der Deutschen Kolonialzeitung vom 20. März 1902 veröffentlichten Angaben des Bürgermeisters Jung der deutschen Kolonie Sarona bei Jaffa. Danach erzielt man per Hektar: Weizen....... 2500-3000 kg Gerste....... 2000—2500 „ Mais....... . 1500 „ Durrha....... 1200—1500 „ Kartoffeln...... 10 000 „ Wirkliche allgemeine Missernten sind in Palästina seit langer Zeit nicht zu verzeichnen gewesen; wohl haben Heuschrecken hier und da in einzelnen Gebieten, namentlich auch im Hauran, viel Schaden getan, auch wies z. B. das Jahr 1902 in Jaffa für Weizen 70%, für Gerste 40%, für Olivenöl sogar nur 20% Ergebnisse einer mittleren Ernte auf, ein Jahr aber, wo die Ackerbau- und Gartenprodukte in ganz Palästina derart versagen, dass der Import den Export dieser Nahrungsstoffe überstieg, hat in den letzten Dezennien jedenfalls nicht existiert. Welchen Gesamtbetrag der Export dieses doch immerhin kleinen und schwach bevölkerten, dazu noch durch die vielen Klöster, wohltätigen Anstalten und den Fremdenverkehr viel konsumierenden Landes an agrikulturellen Produkten ausmacht, er-