Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Palästina als Kolonisationsgebiet
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 13 — Dampfross das Jordantal überschreiten sehen, bald wird man vom Haurän in wenigen Stunden Haifa erreichen, und vielleicht schon in wenigen Jahren auch die Häfen des . Roten Meeres. Aber auch wir müssen uns der neuen Zeit würdig zeigen, wir müssen beweisen, was wir in den Kulturländern Europas und Amerikas gelernt haben, wir müssen versuchen, auch für den Orient die richtigen Bahnen zu finden, und zwar nicht in einfacher Uebertragung unserer Methoden dorthin, wo sie ohne Berücksichtigung der Eigenheiten des Orientes meist nicht anwendbar sind, unsere Aufgabe ist es vielmehr, die Vermittler der Kultur für den Orient zu sein, indem wir die Errungenschaften der westlichen Nationen dem Orient mundgerecht zu machen versuchen, indem wir die nötigen Modifikationen zu finden suchen, die durch die eigenartigen Bedingungen des Ostens erfordert werden. Diese Arbeiten können wir natürlich von Europa aus nur leiten und unterstützen, zur wirklichen Erprobung und Ausarbeitung müssen wir uns im Orient selbst wirtschaftliche Stützpunkte zu schaffen suchen. Landwirtschaftliche und technische Versuchsstationen in Palästina, das ist unsere Losung für die nächste Zukunft, mehr wert als grosse Kolonien, hoc signo vinces. DIE ROSINENSTADT ES-SALT. Reise eindrücke von A. Aaronsohn und Dr. S. Soskili. Die Bezeichnung Nomade, die dem Namen Araber geflissentlich beigelegt wird, macht glauben, dass die Araber sich in einer ständigen Ortsveränderung befinden, sich in einem gegebenen Orte nur zeitweilig aufhalten und auf ihren Streifzügen recht viele Gegenden und Städte aufgesucht haben müssen. In der Tat ist es aber nicht so. Im Westjordangebiet ist das Land von Fellahen — Bauern — besiedelt, die ebenso selten reisen wie die Bauern in europäischen Ländern, vielleicht noch seltener. Da die Verkehrsmittel hier wenig zahlreich sind und der Fellah zu arm ist, um ein Pferd zu reiten, so bedient er sich nur des Esels oder gar der eigenen Beine, wenn er gezwungen ist, zu reisen. Die Beduinenstämme, die wahren Nomaden also, besitzen ihre traditionellen Territorien in verschiedenen Teilen des Landes, die sie zu gegebenen, fast unveränderlichen Jahreszeiten aufsuchen und bewohnen. Im Osten des Jordans werden die meisten Distrikte mit dem Namen der sie bewohnenden Stämme bezeichnet.