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Altneuland · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Palästina als Kolonisationsgebiet
Date
1904-01-01
Page
Seite 10 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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— 10 — erst zum kleinsten Teile in bezug auf ihre Wasserkraft ausgenutzt; verfügt doch der Nahr el Audschä bei Jaffa über 10 cbm Wasser per Sekunde, und bisher wird nur ein verschwindend kleiner Teil seiner Wasserkraft durch Mühlen in Anspruch genommen. An Kräften wird es also für die Entwicklung einer Industrie wohl kaum fehlen, da Wasserkräfte, Petroleum und Asphalt nebst ihren Nebenprodukten in genügender Menge zur Verfügung stehen dürften. Dass also die Möglichkeit ausgedehnter und mannigfaltiger Industrien für Palästina gegeben ist, wird ein unbefangener Beurteiler zweifellos ohne weiteres zugeben müssen. Natürlich wird er aber ebenso offen bekunden müssen, dass bei der jetzigen politischen und ökonomischen Lage der Türkei alle diese fast unbegrenzten Möglichkeiten nur zu einem winzigen Teile realisierbar sind. Bei den Schwierigkeiten, welche Gesetz und Gewohnheit, Backschischwesen und Indolenz jedem grösseren industriellen Unternehmen in der Türkei entgegensetzen, wird man nur ganz allmählich und in sehr kleinen Schritten vorwärts zu kommen vermögen. Um so mehr muss man sich demnach vorderhand auf die dort schon jetzt möglichen Arten der Kolonisation werfen, d. h. auf die Agrikultur und die Kleinindustrie, und zwar auf die Agrikultur mit Ausschluss von Bewässerungsanlagen grossen Stiles, also auf die Landwirtschaft mit ausschliesslicher Benutzung des Regens, sowie auf die sich mit Brunnen begnügende Gartenkultur. Es gilt demnach, hier zu untersuchen, ob die Agrikultur in dieser Form in Palästina Aussicht hat, was natürlich hauptsächlich von den klimatischen Verhältnissen des Landes abhängt. Dass Palästina wie das ganze Mittelmeergebiet zu der Zone der Winterregen gehört, ist bekannt. Im Sommer regnet es in der Ebene gar nicht, in den Gebirgen nur äusserst selten und unregelmässig, von Mai bis Oktober ist der Himmel fast wolkenlos und der schwache Tau des Hochsommers kann den Mangel an Regen nicht ersetzen. Die Gesamtsumme der Regen hingegen ist gar nicht sehr niedrig und übersteigt sogar die Durchschnittsregenmenge Deutschlands. Während El Arisch, das ägyptische Grenzgebiet, nach Charles Warren etwa 300 mm Regen im Jahre empfängt, und man für die Grenzstadt Gaza etwa 440 annimmt, fält an Regen in

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