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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 386

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 3
Article
Mittheilungen aus Jesuitendramen
Date
1892-01-01
Page
Seite 386 (sequence 3)
Language
German
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386 Ellinger: Mitteilungen aus Iesuitendramen. welcher, weil er wol vermüglich, die Mutter sambt dem Kindt, in sein Schutz vnd Behausung auff vnd annimbt. Lee na IV. Etlich sürnemme Juden, welliche jhr Kauffmannschafft zutreiben auff Bötzen reisen, erfrewen sich vnder einanderen ob jrer Glückseligkeit vnd vberfluß deß Gelts. Vernehmen sich auch wegen jhrer sonderbahren Kunst die Leut im verkauffen zubetriegen, vnd hinder das Liecht zuführen. Lee na V. Eben dise Juden, als sie ohngefähr das Christknäblein Andream vor der Haußthür ersehen, rüeffen eylendts den Wurth zu sich, fragen wem daß Kmdlein zugeh'ör. Und wie sie verstehen, daß sein Muetter ein arme Wittib, das Kindlein aber Radulpho anbefolhen fehe, wollen sie darumb bey der Mutter anhalten, vnd es durch listigen Betrug heraußlocken. Indem sie aber hören, es werde bey der Muetter schwer zuegehen, als welliche das Kmdlein waß lieb hatt, vnd es von sich nit lassen wuerd, berueffen sie Radulphum, vnd vnderstehen sich den Handel mit jhme auszutragen. Seena VI. Erstlich zwar greiffen sie jhn an mit freundlichen Worten, laden jhn zu Gast. Bnd damit er sich desto leichter faßten ließ, geben sie jm vnder dem trincken etlich lustige Fragen auff. Begehren letstlich das Kindt, erhalten aber nichts auff diesmahl. Seena VII. Wie den Juden diser erste Poß nit abgangen, erdichten sie ein anderen, wie sie nemblich Radulphum mit Berhaissung grosses Gelts wölken anfahren. Vnd demnach das Gelt, wie man sagt, regiert die Welt, seynd sie tröstlicher Hoffnung sie wollen dardurch Radulphum nach jhrem wünsch vnd begehren ziehen vnd vberreden. Seena VIII. Radulphus stellet sich widerumb eyn. Die Juden verhaissen jhm ein grosse Summe Gelts vmb das Kindlein zugeben. Darumb er nunmehr zimblich bewögt die sach in betracht nimbt, vnd sich bald ein Antwort zubringen anerbietet. Seena IX. Radolphus bewöget die sach wol mit jhm selbs, ob er das Kindlein hergeben soll. Wirdt aber durch Mahnung seines Schutzengels von der That abgeschröckt. Seena X. Derhalben schlagt er den Juden jhr Begehren rundt ab. Doch wie sie jhm das Gelt für die Augen halten, besinnet er sich eines anderen, vnd lasset sich von freyen stucken also verkehren, daß er das vnschuldige Kmdlein trewloser weiß verkaufst, vnd mit den Juden wegen gelegner Zeit es einzuhendigen vbereinkombt. Darauff die Juden voller Freuden auff den Jahrmarckt gen Bötzen fortpassiren. Seena XI. Abisag und Gerson zwen Jüdische Spitzbueben, welliche jhren Herren die Wahren nachtragen, als sie sich vnder Wegs etwas lengers im Wirthshauß versaumbt,. vnd jetzt die Herren nit mehr erlauffen kundten, beratschlagen mit einander was sie jhnen, sich zubeschönen, für ein Dunst machen wollen. Vnd wail sie bahde im Liegen vnd betriegen wol erfahren, streiten sie welcher diese Kunst besser künde."

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