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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 314

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 3
Article
Aus Straßburger Judenakten
Date
1892-01-01
Page
Seite 314 (sequence 8)
Language
German
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314 Breßlau: Aus Straßburger Judenakten. sürsichtigen Josel, Jüden zu Rosheim, meinem guten Freunde' geschrieben hat, ist längst bekannt. Luther beruft sich darin auf die Dienste, die er durch seine frühere Schrift der ganzen Jüdischheit geleistet habe; aber dieweil die Juden diesen Dienst so schändlich mißbrauchten, und solche Dinge vornähmen, die den Christen von ihnen nicht zu leiden seien, hätten sie selbst ihm damit alle Forderung genommen, die er sonst bei Fürsten und Herren hätte Lhun können. Wenn er den Rath gegeben habe, die Juden freundlich zu halten, so sei das nicht in der Meinung geschehen, daß sie durch seine Gunst in ihrem Jrrthum bestärkt werden sollten. Er kündigt schon hier eine weitere Schrift gegen die Juden an, mahnt zur Umkehr aus der Verstockung und Halsstarrigkeit, mit der die Juden an ihrem Glauben und ihrer Geringschätzung der Christen festhielten und schließt mit den Sätzen: solches wollt von mir freundlich annehmen, euch zu eurer Vermahnung. Denn ich um des gekreuzigten Juden willen, den mir niemand nehmen soll, euch Juden allen gern das beste thun wollte, ausgenommen, daß ihr meiner Gunst nicht zu eurer Verstockung gebrauchen sollt. Das wißt gar eben. Darum mögt ihr eure Briefe an meinen gnädigsten Herrn durch andere vorbringen!' Es ist bei der Beharrlichkeit, mit der Josel überall seine Absichten auszuführen bestrebt war, durchaus wahrscheinlich, daß er sich nicht durch diese abschlägliche Antwort hat bewegen lassen, auf weitere Versuche zum Kurfürsten vorzudringen zu verzichten. Aber einen Erfolg hatte er damit nicht; in seinen Memoiren berichtet er, daß er die Schriften, die er von Straßburg mitgebracht hatte, nicht zu übergeben vermocht habe ^); so mußte er unterrichteter Sache nach Hause zurückkehren. mann führt hier noch einen anderen Druck an, der das Datum Montags nach B a rnabae', d. i. 18. Juni, hat. Und in Anbetracht der Datirung der beiden Briefe des Raths und Capitos vom 5. Mai und 26. April darf das letztere Datum als das richtige betrachtet werden; es ist durchaus unwahrscheinlich, daß Josel mit seiner Reise nach Sachsen oder Luther mit seiner Antwort bis in die letzten Monate des Jahres gezögert hätte. — Scheid, Revue XIII, 80 giebt die französische Übersetzung der ersten Sätze des Brieses nach einer jetzt nicht mehr vorhandenen Abschrist im Straßburger Stadtarchiv. 2) Die Stelle heißt wörtlich (nach einer Übersetzung, die ich der Güte des Herrn Bibliothekars vr. Landauer verdanke): ^in Übereinstimmung mit unseren Weisen verlangte ich nützliche Schriften von nicht jüdischen Gelehrten und der Stadt Straßburg. Und ich ging, um zu suchen zu sehen das Angesicht des Herzogs im Lande Meißen und Thüringen. Und ich vermochte nicht die Schriften zu übergeben, bis er nach Franksurl kam mit anderen Fürsten'. Die Übersetzung Kracauers (Revue XVI. 99): il 1e 8uit s. ^rauekort ist ungenau und irreführend. Der Frankfurter Tag, um den es sich handelt, kann kein anderer sein, als der vom Febr. bis April 1539, wie die Erwäh-

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