Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Ohne Titel] / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 3)
- Language
- German
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Nachrichten. 301 großen Vertreibung fallenden Jahrzehnte werden nur kurze Notizen gegeben. Den Ton hätte ich manchmal ebjectiver gewünscht. (Vgl. S. 75 und 81.) Sehr merkwürdig ist, daß im 16. Jahrh. durch Juden hebr. Bücher in Freiburg gedruckt wurden, obgleich keine Juden dort wohnen durften. Eine jüdische Religionszesellschaft bildete sich in Freiburg erst 1863. Die kleine Schrift „Das Blutmärchen. Seine Entstehung und Folgen bis zu den jüngsten Vorgängen aus Korsu. An der Hand der Geschichte dargestellt von Ludwig Gorel". Berlin 1891, L. Gnadenseld u. Cie. 47 SS. ist weniger eine geschichtliche Darstellung als eine löbliche Verteidigungsschrift mit geschichtlichen Hinweisen; die in Deutschland während des Mittelalters und in der Resormationszeit erhobenen Anklagen werden kurz erwähnt und zurückgewiesen. „Jubelschrist zum siebzigsten Geburtstag des vr. I. Hildesheimer. Gewidmet von Freunden und Schülern" (Berlin 1890). Aus dem Inhalt der reichen Sammlung beziehen sich auf deutsche Verhältnisse: S. 69—83, L. Münk: Die Constituten der sämmtlichen hessischen Judenschaft im I. 1690 S. 126—145; L. Lewenstein, Jüdische und jüdisch-deutsche Lieder. A.Berliners Schluß-Artikel: „Aus schweren Zeiten" bezieht sich auf römische Verhältnisse. Das „Constitutenbuch" wird theils in seinem hebräischen Text, theils in kurzem deutschen Auszug gegeben. Es wäre sehr wünschenswerth, daß die Bestimmungen dieser Verordnung, denen Munck eine große Anzahl geschichtlicher Anmerkungen beigegeben hat, in einer Form herausgegeben würden, die eine Benutzung derselben durch deutsche Historiker möglich machte. — Die von Löwenstein edirten Lieder entstammen einer Handschrift der Merzbacher'schen Bibliothek in München. Sie sind geschrieben und theilweise verfaßt von dem Thoraschreiber R. Menachem Oldendorf aus Frankfurt a. M. (Er wurde 1517 67 Jahre alt.) Die Gedichte sind nach deutschen Melodieen „Herzog Ernst", „Hoch rief der Wächter" gedichtet. Historische Lieder sind nicht darunter, es sind Sittengedichte, religiöse Lieder, handelnd über Trinken, Spielen, den Sabbath. Auch sie verdienten eine eingehendere Würdigung, die ihnen hoffentlich von competenter Seite zu Theil wird. D. Kaufmann gibt u. d. T.: Xotes sur Idistoire äe 5nii3 äe Venlse (kev. äes et. Mves XXI, 289—292) Auszüge aus dem Werke von H. Simonsfeld, Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig.. 2 Bände (Stuttg.