Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Notizen / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
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Miscelleu. 295 M. Noah, ist bei den Ständen dieser Provinz darum eingekommen, ihm eine in dem Niagarafluß zwischen den Seen Erie und Ontario gelegene Insel zur Tilgung einer ihm schuldigen Summe abzutreten. Er will daselbst eine Stadt erbauen als Zufluchtsort für seine Glaubensgenossen, die in Europa Mißhandlungen erleiden könnten". (Auf diese Angelegenheit bezieht sich die Notiz in Wohlwill's Brief oben S. 265.) M. Kahserlings Büchlein „vi-. W. A. Meisel. Ein Lebens- und Zeitbild" (Leipzig, Th. Griebens Verlag L. Fernau 1891, VIII und 91 SS.) ist eine interessante Schilderung des Lebenslaufes eines modernen, namentlich als Redner ausgezeichneten Rabbiners (geb. 16. Juli 1815, gest. 30. Nov. 1867). Die amtliche Thätigkeit des Genannten in Stettin und Pesch, seine schriftstellerische und wissenschaftliche Wirksamkeit wird gut gewürdigt. — Leider ist aber auch dies Büchlein eine Probe der Unart, wie gewisse Leute Geschichte schreiben. An Kahserlings Monographischer Methode habe ich schon früher (Ztschr. II, S. 212—214) Manches auszusetzen gehabt; bereits bei dieser Gelegenheit mußte ich meinen Vater mit ins Gefecht führen. Diese Schrift gibt mir zu einer erneuten Bemerkung Gelegenheit. Weisels Stellung zu meinem Bater ist mir unbekannt; in unserer Schrift wird nur gelegentlich gesagt, daß sich Meisel während seiner Breslauer Studienzeit von Geiger fern hielt. S. 73 fg. wird erzählt, daß Meisel einen Ruf nach Frankfurt a. Main an Stelle Steins erhielt, den Ruf aber ablehnte „weil er die Möglichkeit der Wiederanstellung eines Collegen nicht zur Unmöglichkeit machen wellte". Dann heißt es: „Da wandte sich der Vorstand an Geiger. Stein schrieb ihm Mer folgt eine Stelle aus dem Nachgel. Schriften A. Geigers V, 262 abgedruckten Briefes Geiger nahm die Stelle an". Weiter kein Wort. Die Stelle klingt recht unschuldig. Nur möchte man fragen: Wieso gehörte die ganze Geschichte in Meisels Biographie? An den Stellen unseres Buches, an welchen davon die Rede ist, daß Meisel sich um Stellen in Leipzig, Prag, Wien bewarb oder solche angetragen erhielt, wird nicht davon gesprochen, wer diese Stellen später bekleidete. Hier aber hat der kurze, scheinbar unschuldige Hinweis seinen Grund. Der „intacte Charakter", wie es in dem Briefe Steins heißt, Meisels soll gegen den meines Vaters ausgespielt werden. Es soll meinem Vater ein Vorwurf daraus gemacht werden, daß er, um in der schönen Kahserling'schen Redeweise zu sprechen, die „Möglichkeit der Wiederanstellung eines Collegen zur Unmöglichkeit machte". Aber dieser ganze Vorwurf ist unwahr. Hätte Kahserling Nachgel. Schriften V, 137 fg. nachgeschlagen, so würde er gesehen haben, daß mein Bater nach dem Stein-