Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Notizen / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
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294 Miscellen. durch die Mittheilung der in diesem Privattempel gehaltenen und noch zu haltenden Predigten denen Beherzigung und Aufmerksamkeit abgewinnen kann, welche sich zu Volks- und Jugendlehrern in dem mosaischen Glauben bilden wollen". Eduard Kley, E. I. Günsburg, Herausgeber der Erbauungen. (Ueber den Letztgenannten vgl. oben S. 235 fg.) Dazu bemerkt ein Mitarbeiter, der C. zeichnet, welcher auch Gedichte, Theaterberichte, aber auch (23. Dec.) eine Ree. von Heinemann's Bibelübersetzung liefert. Folgendes: „Wenn das Urtheil eines Einzelnen, der diesen Predigten beizuwohnen Gelegenheit hatte, insofern von Gewicht sein kann, als es rein und unparteiisch ist, so mag hier die Versicherung stehn, daß obige Vorträge mich durch Reinheit der Grundsätze, Deutlichkeit der EntWickelung, Faßlichkeit der Beweise und Auswahl der behandelten Gegenstände, ebensosehr befriedigt als erbaut haben". „Leipzig. Am 4. Juli ward zum ersten Male ein Jude auf einem Leichenwagen begraben, den die Brodyer Juden in Dresden haben bauen lassen und der 315 Thlr. kostet. Als etwas Neues zog dieser zierliche ganz schwarze Wagen die Aufmerksamkeit eines großen Theils des Publikums aus sich und hatte daher, außer der Judenschaft, ein ansehnliches Gefolge von Zuschauern bis aus den außerhalb der Stadt gelegenen Juden- Gottesacker, der ganz vorzüglich ein Werk der Brodher Juden ist: denn die deutschen und leipziger Juden haben zu dem Ankauf und den Mauern sehr wenig beigetragen. Theils wegen des weiten Wegs nach diesem Begräbnißplatze, theils wegen des zum Tragen oft mangelnden Personals war ein Leichenwagen nothwendig, und die Anschaffung desselben ist rühmlich für die Brodyer Juden, denen man auch eine eigene wohl eingerichtete Synagoge verdankt, die sie am Regierungsjubiläum des Königs von Sachsen feierlich einweihten und da zugleich 150 christliche Arme speisten. Das einfache und zweckmäßige Aeußere des Wagens ist musterhaft und die ihn zierenden hebräischen Verse, mit silbernen Buchstaben, sind ebenso passend als sinnvoll. Deutsch lauten die Sprüche also: „Beherzige, o Erdensohn, daß dich einst ein gleiches Loos erwartet! Nichts von allem deinen hienieden erworbenen Reichthum und Vermögen nimmst du mit dir; war aber Fleiß, Gelehrsamkeit und Wohlthun dein Werk, so hast du. Entschlafener, dir ein sanftes Bett bereitet, und du wirst einst zu einem bessern Leben erwachen". („Der Gesellschafter", Berlin 1819, 28. Aug. Nr. 141, S. 564.) „Der Freimüthige für Deutschland", hgg. von I. D. Shmanski, 8. Mai 1820 berichtet Folgendes: „Ein jüdischer Handelsmann in Newhork,