Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Notizen / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 4)
- Language
- German
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292 Miscellen. Menschheit geltend zu machen. Es ist daher gewiß nicht zu begreifen, wie es noch immer unter Gelehrten Menschen geben kann, die durchaus jeder guten Absicht zur Verbesserung der Menschheit in den Weg treten, sich ein Geschäfte daraus machen, sie ohne Grunde für ohnmöglich anszuschreyen und denjenigen, der doch offenbar nützliche Vorschläge thut, niederträchtiger Absichten verdächtig zu machen suchen. Dieß letzte kann wohl aus keinem anderen Grunde geschehen, als weil sie sich selbst keiner Handlung aus wahrer Liebe zum guten bewußt sind, und deshalb auch sie andern nickt zutrauen". Die zweite Stelle am Schlüsse der Besprechung lautet: „Alles dieses ist mit so viel Gründlichkeit und mit so viel philosophischem Geiste ausgeführt, daß über die Hauptsache dadurch ein noch weit größeres Licht verbreitet worden ist, als im ersten Theil geschehen konnte. Auch in Dingen, die nicht ganz zur Hauptsache gehören, sondern öfters nur zur Erläuterung dienen, vernimmt der Leser oft sehr helle Blicke, die ihm zu weitern Betrachtungen Gelegenheit geben können". Gleim an Müchler. Halberstadt 6. Mai 1785 („Der Gesellschafter" 17. Marz 1817). „Das ist ja vortrefflich, mein liebster Herr Professor, daß endlich der Laudes-Vater das zu setzende Monument genehmigt hat. Nun also müssen wir sammlen, daß es würdig werde der großen Männer und Unsrer. Kein Ausländer muß angesprochen werden, ich nähme nicht gern freiwillige Beiträge derselben..... Ehemalen war ein Vorschlag nicht unter einen Louisd'or anzunehmen, itzt bin ich der Meinung nicht unter einen Dukaten, der Enthusiasmus ist kälter geworden". (Gemeint ist das Denkmal für Lambert, Leibniz, Mendelssohn, Sulzer, von welchem in dieser Zeitschr. schon mehrfach die Rede war.) Berliner Dramaturgie. Berlin 1799. Selbst dieses eigen- Lhümliche Werk, über welches mein Bericht (Voss. Zeitg. 16. Juli 1891) zu vergleichen ist, geht, obwohl man meinen sollte, daß es gar nichts mit Juden zu Lhun hat, zweimal auf Juden ein. Beide Stellen sind nicht uninteressant. In der einen (15, 236 fg.) tritt der Dramaturg gegen den Schauspieler Herdt auf, der von „Inden und Judengenossen" für einen großen Künstler gehalten werde und meint ironisch, daß die Aufstellung des Genannten für einen Musterschauspieler „ein würdiger Gegenstand für die Schreibseligkeit eines gewissen jungen jüdischen Doctors" sei. Da im Fernern das Thema als geeignet für ein zweites Heft der Griefe über Berlin bezeichnet wird, so kann nnr Wolf Davidsohn gemeint sein, der damals das erste Heft dieser Briese veröffentlicht hatte. Eine andere Stelle