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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 262

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 262 (sequence 40)
Language
German
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262 Neue Mittheilungen. „Ich übersende den literarischen Nachlaß Bendavids vollständig, theils damit Sie eine Uebersicht davon gewinnen, theils aber auch, weil sich bei der Verwirrung dieses Nachlasses einzelne fehlende Bogen der Manuscripte über biblische Literatur unter ganz fremdartigem Material befinden können. Die Protokolle der philomatischen Gesellschaft stehen gleichfalls zur Ansicht bereit. Ich glaube, daß sich mindestens ein Band hinterlassener Schriften aus diesen Manuscripten zusammenstellen lassen wird. In diesem Falle mochte ich wohl die Redaction des philosophischen Theils übernehmen. Eine Skizze von Bendavids Leben, die ich in diesem Sommer drucken ließ, die aber nach den jetzt vorliegenden Materialien um das dovpelte oder dreifache vermehrt werden könnte, würde als Einleitung dazu dienen können. Es kömmt alles auf den Werth an, den Sie dem exegetischen Theile des Nachlasses beilegen, denn Philosophisches und Literarhistorisches möchte sich wohl nicht soviel vorfinden, was durch seinen inneren Werth der Oeffentlichkeit gehören und einen Band füllen dürfte. . . . Die Biographie von Junge, die ich genau gelesen, ist meiner Ansicht nach vortrefflich gearbeitet und von hohem Interesse. Die Trümmer von Bendavids reicher Correspondenz, die ich Ihnen hier in einem kleinen Packete zuschicke, lassen das Fehlende schmerzlich vermissen. Er erzählte mir einmal, daß fast seine ganze Correspondenz, die fortlaufende mathematische und philosophische Erörterungen mit Eberhard und Kästner enthielt, auf eine schmähliche Weise durch die Nachlässigkeit seiner Aufwärterin, oder vielmehr durch seine eigne zu Grunde gegangen sei. Diese Gleichgiltigkeit gegen sich selbst gehört mit zu dem Cynismus seines Charakters". Dieser Nachlaß Bendavid's befindet sich, wie Veit ihn schildert, in Zunz' Nachlaß. Dem Briefpäckchen liegt ein von Veit angefertigtes Briefverzeichniß bei. Vielleicht ist es möglich diesen epistolographischen Theil des Nachlasses — denn das Uebrige sind philosophische und exegetische Abhandlungen, die durchaus veraltet sind — später zu benutzen. Aus den Briefen verschiedener Buchhändler und Redacteure geht hervor, daß Zunz mit jener von Veit gerühmten Biographie Junge's an manche Thüren anklopfte; aber nirgends wurde ihm aufgethan. Die Arbeit Bendavids bezieht sich auf den bekannten Joach. Jungius, dem auch Goethe seine Theilnahme widmete. Sie ist, wie aus einem Briese Guhrauers an Z. 8. Apr. 1851 hervorgeht, ungedruckt geblieben. G. charakerisirt sie als „ein mit Liebe und Wärme durchgeführtes literarhistorisches und biographisches Referat"; vermißt aber die strengere philosophische Durcharbeitung, besonders die Rücksichtnahme auf Jungius' Logik.

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