Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus L. Zunz' Nachlaß
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 39)
- Language
- German
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Aus L. Zunz' Nachlaß. 261 ausgesprochenen Wünsche zur Wirklichkeit zu bringen. Gern hätte ich, wie ich anfänglich wollte, einige Stellen angemerkt, die mir ganz aus der Seele geschrieben sind, und deren Hr. Vff. es zeigten, daß sie mit Würde und Kraft hohe Wahrheiten ohne Bitterkeit zu sagen verstehen; aber beim Fortlesen wurden der Stellen zu viele, als daß ich meinen Vorsatz, ohne die Grenzen eines Briefes zu überschreiten, hätte ausführen können. Statt dessen erlaube ich mir zu bemerken. 1. Die Zeitschrift soll zunächst auf Juden wirken. Ist es daher nicht gerathen, die Citate aus fremden Sprachen, auch deutsch zu geben? 3. Hr. vi-. Gans hat oft Gelegenheit in seinen Vorlesungen von Juden zu sprechen, die diesem oder jenem Lande angehören. Sollte es nicht gut sein der Schöpfer einer neuen Redensart zu werden und statt z. B. englische Juden, lieber zu sagen: jüdische Engländer? Das würde auf alle Fälle der leider noch immer nicht ehrenvollen Benennung Juden ausweichen, aber insbesondere darauf hindeuten, daß, wie Hr. vr. G. in mehreren Stellen sehr richtig bemerkt, das Bestreben des Vereins nicht auf den Unsinn ausgehe, die Juden aus allen 5 Welttheilen als eine Einheit zu betrachten, sondern bloß die Menschen des mosaischen Glaubens zu Bürgern des Landes zu erheben, dessen Einwohner sie sind...... . ......Nun noch eins! Ich habe ein Mscrpt. zu liegen: Ueber das Philosophen: vom Messias nach den Kabbalisten. In demselben zeige ich, wie diese ganze Lehre auf heimischem Boden gewachsen war, ehe noch heidnische Gnostiker ihre exoterischen Sätzlinge mit dieser Pflanze geimpft hatten. Die Kabbalisten sind wohl schwerlich von dieser Seite benutzt worden, und die Sache wäre für Juden angenehm, aber für Christen sehr wichtig, weil sie manche Dunkelheiten im N. T. aufhellet. Paßt diese Arbeit für Ihre Zeitschrift, so steht sie Ihnen zu Gebote. Nur müßte sie — 2 Bogen etwa stark — auf Einmal abgedruckt werden. Ihre Antwort sei: Ja, Ja! oder Nein, Nein! ohne alle Umwege, weil Sie am besten den Umfang Ihrer Zeitschrift beurtheilen können". Das Manuscript nahm Zunz mit etwas verändertem Titel „Ueber den Glauben der Juden an einen künftigen Messias" in seine Zeitschrift auf (S. 197—221); von Bendavid ist noch ein anderer Aufsatz „Ueber geschriebenes und mündliches Gesetz" (S. 472—50)). Wie dem Lebenden so schenkte Zunz auch dem Todten seine Ehrerbietung. Er widmete ihm anerkennende Worte und kümmerte sich um seine geistige Hinterlassenschaft. Auf letztere bezieht sich ein Brief des schon genannten vr. M. Beit (30. Dez. 1832). Der Genannte schreibt: 17*