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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 258

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 258 (sequence 36)
Language
German
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258 Neue Mittheilungen. Die Briefe der übrigen christlichen Gelehrten Böckh, Ribbeck sind Höflichkeitsbillets, die Anderer Delitzsch, Dillmann, Fleischer, Loth, Rödiger, Tholuck, Willen enthalten wohl einzelne wissenschaftliche Notizen, aber keine allgemein interessirenden Bemerkungen. Zu nennen sind ferner Propst Hanstein, A. Th. Hart mann 1822—26, der schon in einem Briefe 1825 seine antijüdische Gesinnung offen kundgab, die er früher mit Höflichkeitsphrasen umkleidet hatte, während er später entschieden gegen Juden auftrat; A. Hoffmann, der (1840) zur Mitarbeit an der Ersch und Gruber'schen Evcyklopädie einlud, in welche später Lebrecht bez. Steinschneider eintraten; Hupfeld. Hervorhebung verdienen sodann einige Briefchen Diesterwegs, aus denen sich ergibt, daß D. Zunz um eine Beurtheilung von Löwenheims Katechismus bat und dieselbe in seiner Zeitschrift abdruckte; sowie ein Brief Vatke's, der Zunz' Anschlag seiner Vorlesungen in der Universität an bevorzugter Stelle anschlagen zu lassen versprach und seine Bereitwilligkeit ausdrückte an denselben, soweit seine Zeit erlaubte, theilzunehmen. Etwas mehr mag aus je einem Briefe sehr bekannter aber sehr verschiedener Männer — alle vier sind nur mit je einem Briefe vertreten — gegeben werden. Der erste ist Arnold Rüge. Er schreibt (Dresden, 11. Okt. 1842)' „Ihre Berichtigung habe ich nach Leipzig zum Druck befördert. Möchte es Ihnen gefallen, mir aus Ihrem Bereich selbständige Artikel zu geben? Wollen Sie Daumers Molochdienst critisiren? Mich interessirt die Geschichte schon darum, weil hier dem Götzendienst sein altes Fundament angetastet wird, obgleich ich sehr gut weiß, daß auch die in der Luft schwebende Phantasie immer noch gut genug ist, um angebetet zu werden, doch wäre es sehr interessant, nach dem wissenschaftlichen Halt der Daumerschen Hypothesen mit Ihren Mitteln zu fragen, versteht sich ohne religiöse und dogmatische Voraussetzung — das Heidenthum bis 1842 gerechnet". Der Zweite ist der bekannte Bischof Eylert, der Hofprediger und Historiograph Friedrich Wilhelms III. Ihm hatte Zunz seine erste Schrift „Etwas über die rabbinische Literatur" zugesendet. Eylert antwortete 23. Jnli 1818. Er erklärte, wenn er auch mit vielem in der Schrift Enthaltenen, mit dem über den Werth der jüdischen Schriften, über Mythologie, über den Messias Gesagten nicht übereinstimme, „so hat doch die Gelehrsamkeit und die vertraute Bekanntschaft mit der hierher gehörigen Literatur, welche in dieser Schrift sich ausspricht, mich mit wahrer Hochachtung gegen ihren Verfasser erfüllt. Der religiöse und kirchliche Zustand der jüdischen Nation befindet sich jetzt in einer eignen Crisis und es ist erfreulich, wenn Männer von Einsicht und Frömmigkeit demselben zu Hülfe

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