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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 254

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 254 (sequence 32)
Language
German
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254 Neue Mitteilungen. ausführliche Arbeit über Preußen vor, die, wie ich fürchte, die Censur, sowie sie aus meiner Feder hervorgeht, nicht Passiren wird. Bei der Form von Blättern aber bin ich seiner Willkür ganz unbedingt unterworfen, während ich bei Brochüren und zwanglosen Heften die Wahl habe, einmal etwas auswärts, im Nothfalle außerhalb Deutschlands drucken zu lassen. Bis daher jene Arbeit vollendet und der Censur vorgelegt worden, wird die Fortsetzung des Blattes suspendirt bleiben". Für diese Arbeit, die zunächst in der genannten Zeitschrist, dann mit WiderHerstellung aller Censurstriche separat (Altona 1833, 487 S.) erschien (jetzt „Gesammelte Schriften" Bd. III), erbat er einzelne Aufklärungen von Zunz: den Wortlaut der Cabinetsordre, durch welche die Juden von Lehrämtern ausgeschlossen werden, die Verordnung über das Verbot, Apotheken zu haben, die Beantwortung der Frage, ob die jüdischen Gemeinden gehalten seien, für ihre Armen selbst zu sorgen. Zur Probe mag der erste Punkt, den Rießer vorlegt, hier mitgetheitt sein: „Es ist eine allgemein verbreitete Sage, daß den Juden des Großherzogthums Posen das Bürgerrecht einmal angeboten worden und daß sie es ausgeschlagen, um keine Kriegsdienste thun zu müssen. Wann und auf welche Weise ist das der Fall gewesen? Ich habe darüber nie etwas Bestimmtes erfahren und auch bei Heinemann ist keine Spur davon zu finden. Wenn man die Polnischen Juden jetzt fragte, ob sie sich für das saubere Staatsbürgerthum der neuen Judenordnung todtschlagen lassen wollten, so wären sie Posener Narren wenn sie ja sagten". Der letzte Brief Rießers, von dem hier die Rede sein soll, bezieht sich auf eine, wie es scheint, ungedruckt gebliebene Arbeit Zun;', eine Kritik der Weimarer Agenda. Nachdem sie von Rießer abgelehnt worden war, kam sie an Brockhaus, der ihr gleichfalls keine Aufnahme gewährte (oben S. 239), dann an Geiger, der in einem Briefe vom 13. Sept. 1835 seine Zurückweisung mit der vom Verf. verlangten Anonymität und mit den darin vorkommenden harten Angriffen gegen eine freisinnige Regierung und einen freisinnigen Rabbiner motivirte. Der Brief Rießer's, der auch sonst wichtig ist, hat kein Datum, nur Poststempel 9. Jan., muß aber nach dem Inhalt, den Mittheilungen über die Recensionen und den Abschluß der Rießer'schen Zeitschrift aus dem I. 1834 sein. Rießer entschuldigt sich, daß er nicht umgehend geantwortet und Zunz' Kritik nicht aufgenommen habe. Der Hauptgrund zu dieser Nichtaufnahme war,

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