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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 250

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 250 (sequence 28)
Language
German
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250 Neue Mitteilungen. um schriftstellerisch zu wirken. Sie können also einen der zwei Wege ergreifen: entweder Sie wenden sich unmittelbar nach Frankfurt an Herrn Bernhard Beer-Eskeles, oder Sie schreiben mir darüber, was Sie davon halten und ich werde Alles thun, was in meinen Kräften steht, um einem hochverehrten Freunde eine Gelegenheit zu verschaffen, in einem behaglichen Leben der Welt zu nützen und auch die Wissenschaft zu fördern, um den Mann, dessen persönliche Bekanntschaft ich sehr wünsche, in meiner Nähe zu wissen und ihn meiner Vaterstadt zu erwerben". (Der Anregung Geigers scheint Zunz keine weitere Folge gegeben zu haben, weil, wie er aus einem Briefe Johlsons erfuhr, die Stelle am PhilanLropin doch zu unbedeutend war. Johlsons, des Bibelübersetzers, vorhandene Schreiben 1833 ff. sind besonders deßwegen sehr interessant, weil sie die sehr ernstlichen Bemühungen des wackeren Mannes zeigen, Zunz die Stelle eines Rabbiners in Darmstadt zu verschaffen. Sie blieben erfolglos theils wegen der Weigerung Z.'s, sich ein Rabbinerzeugniß zu erwerben und eine Probepredigt zu halten, theils wegen der Weigerung der Orthodoxen, Zunz aufzunehmen.) In dem anderen Briefe, aus der Zeit in welcher Zunz' der Orthodoxie zuneigende Gesinnung starke Differenzen hervorgerufen hatte (3. Nov. 1847) kommt folgende der Mittheilung werthe Stelle vor: „Als Feind von Neuerungen, die den alten Ernst verwischen, haben Sie mir auch Ihr letztes Briefchen, das am 6. Sept. geschrieben wurde, nicht durch die jetzige rasche Briefbeförderung zukommen lassen; Sie ehren jenen mühsamen Fleiß der Vorzeit, in welcher man sich durch Gräben und Erhöhungen durcharbeiten mußte, um zu einem Ziele zu gelangen, und die Briefe, nachdem sie tüchtig durchgeschüttelt worden und manches Reise- Abenteuer zu erzählen wußten, endlich als langersehnte Boten freundlicher Gesinnung ankamen. So kam denn dieses Briefchen auch im Lause dieses Monats an, auf welchen Umwegen, ich weiß es nicht; durch wen, ich weiß es nicht; gewiß aber hat es manches schöne Städtchen und manches, wenn auch grade nicht geschichtlich berühmte Dorf sich genau betrachtet und gemüthlich dort geweilt. Nun kam es zu mir und benachrichtigt mich von Ihrem Wohlsein und Ihrer fortdauernden wohlwollenden Gesinnung. Von Ihrem Wohlsein? Insofern man sich wohlbefindet, wenn man mit der Welt grollt und mit ihrem Gange unzufrieden ist. Es hat für mich immer etwas Bedauerliches, wenn ein Mann mit Thatkraft gegen das Thun der Zeit nichts weiter als Ironie hat; lediglich malcontent sein darf der Feigling oder der Schwächling; der kräftige muthige Mann greift mit ein und

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