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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 249

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 249 (sequence 27)
Language
German
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Aus L. Zunz' Nachlaß. 249 Verlaufe zwölf wichtiger Jahre, in denen gar manche Kraft erstarkt und manches Interesse belebt worden ist, sowohl eine würdige Ausstattung als verdiente Aufnahme finden. — Ich erlaube mir daher, Sie drmgendst zu einer Theilnahme an diesem Unternehmen einzuladen; wenn aus Ihrer reichen Gelehrsamkeit und aus Ihrer würdigen Gesinnung Aufsätze in eine solche Zeitschrift fließen, so ist der Gehalt derselben verbürgt. Ich bitte Sie daher recht sehr diesen Brief wenigstens zu beantworten und wenn es auch nur meiner gewiß guten und reinen Absicht wegen wäre". Seitdem begann ein Briefwechsel, der, nachdem A. Geiger 1838 und 1839 viele Monate in Berlin zugebracht hatte, Zunz und seiner Frau näher getreten war, einen herzlichen Cbarakter annahm und bis zu Geiger's Uebersiedelung nach Berlin (Febr. 1870) fast ununterbrochen dauerte. (Nur mit einer größeren Unterbrechung vom 7. Jan. 1853 bis 26. März 1860). Diese Briefe sind in der oben angeführten Biographie genügend benutzt. Nur zwei Stellen trage ich hier nach. Die eine findet sich in dem Briefe vom 18. Jan. 1835: „Es ist am Frankfurter Philantropin eine Stelle erledigt, die denjenigen, der sie besitzt, wenn er ein tüchtiger Mann ist, in gleichen Rang mit den vv. Kreuznach, Heß u. A. setzt. Ich habe mir nun erlaubt — und ich hoffe Sie werden mir dies nicht verübeln — an zwei Freunde, die Herren vr. Goldschmidt, einen sehr angesehenen wackeren Mann, und an Herrn Johlson zu schreiben und dieselben angefragt, ob man nicht wohl gesonnen sei, Ihnen diese Stelle zu übertragen. Ersterer erwiderte mir darauf umgehend in folgenden Worten: „An Hn. vr. Zunz hat man Wohl gedacht und theilt allgemein Ihre Ansicht; allein es liegt in der Unbeholfenheit des Schulrathes (das ist nämlich die jüdische BeHorde, die einzig und allein über die Besetzung der Stelle zu sagen hat und aus lauter höchst freisinnigen Männern besteht), daß man hinsichtlich seiner nicht den direkten Weg eingeschlagen. Sie thun ein verdienstliches Werk, wenn Sie deßhalb bei ihm anfragen, ich glaube, die Stelle wird für ihn auf fl. 800 bis 1000 gebracht werden können und seine Gebräuche sind hier nicht groß; er würde hier sorgenfrei, anständig und geehrt leben, zumal er kerne Fami!ie hat. Auf mich können Sie dabei zählen". Ich bitte Sie nun inständigst, Schritte für diese Sache zu thun und nicht vielleicht durch den Wunsch, daß man Ihnen zuvorkomme, eine so schöne Gelegenheit, eine sichere Existenz für das ganze Leben, den Aufenthalt in einer Stadt, die, obgleich mit sehr praktischem Sinne, doch die Wissenschaft sehr zu schätzen weiß, zu erlangen, Vorübergehn zu lassen. Ich weiß auch gewiß, daß Zeit genug übrig bleibt,

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