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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 246

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 246 (sequence 24)
Language
German
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246 Neue Mittheilungen. zu würdigen wissen, sich nicht an Voltaire-schem Gespött vergnügen, das alte Gerüste des Judenthums nicht mit Verachtung anblicken, vielmehr seinen weltgeschichtlichen Einfluß gerne anerkennen, die erhabnen Ideen, die in ihm wehen und ihm zur Grundlage dienen, freudig hervorheben und das, was eine lange Reihe von Jahrhunderten ihre Vorältern darauf gründeten, zwar nicht als bindend aber doch als religiöses Leben beurkundend und daher als würdig betrachten. Wenn diese beiden das Judenthum als etwas außer ihnen Stehendes, aber durch die Geschichte eng mit ihnen Verbundenes betrachten, so sieht ein großer Theil dies anders an; ihnen ist das Judenthum als heilige, ewige Wahrheit wichtig. Lassen Sie mich auch hier wieder bloß einige Klassen unterscheiden. Allen ist zwar dasselbe historisch gegeben und auch ihr Glaube daran ist historisch; aber während es Einige entweder völlig aus der Vernunft construiren zu können meinen oder auch wenigstens ein vollständiges, höchst weises System daraus zu entwickeln gedenken oder doch einem jeden Gebrauche eine tiefe Absicht unterlegen und sich der Mystik hinneigen, begnügen sich Andre Manches zu erklären, den Widerspruch mit der Vernunft zu läugnen und zu entfernen, bescheiden sie sich den Grund manches Gesetzes und Gebrauchs nicht einzusehen, — giebt es endlich auch Solche, die, obgleich von einer gewissen wissenschaftlichen Bildung nicht entblößt, dennoch an eine tiefre Begründung nicht denken, auf Treu und Glauben annehmen. — Für alle diese verschiedenen Ansichten nun Vertheidiger finden zu können, wäre ein Hauptaugenmerk und dies möchte wohl nicht sehr schwer fallen. Daß wir an prosaisch-hausbacknen Gelehrten keinen Mangel haben, ist wohl klar, an der zweiten Classe wird es wohl auch nicht fehlen, solange Männer wie Sie, der geistreiche, tiefgelehrte Jost, denen sich der feurige für das Recht kämpfende Rießer in Hamburg, der innige Dichter Steinheim in Altona u. A. anschließen, solange solche Männer rüstig und unermüdet wirken; unsre Hegel- und Schellingianer möchte wohl Herr Bernays mit seiner Schule bilden, unsre s. g. rationalen Supernaturalifttn gewiß ein großer Theil der, vorzüglich portugiesischen, Rabbiner und sollten sich wissenschaftliche Hengstenbergianer finden, wohlan! so mögen auch sie ihre Meinung zu unterstützen suchen. — Wenn Männer wie Sie, Jost u. A. sich an die Spitze 'eines solchen Unternehmens stellen, so wird es gewiß von dem herrlichsten Einflüsse und den fruchtbarsten Folgen sein. Wie glücklich würde ich mich schätzen, wenn dies kein jugendliches Traumgebilde wäre, wenn mein sehnlichster Wunsch in Ihrem Herzen einen Widerklang fände und verwirklicht würde! Neben der ergebenen Bitte um baldige Antwort erlaube ich mir noch diese andere, daß Sie mir auf Buchhändlerwege Ihre Schriften — wovon

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