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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 243

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 243 (sequence 21)
Language
German
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Aus L. Zunz' Nachlaß. 243 der Bibelgesellschaft und insbesondere von den aus Convertiten bestehenden Mitgliedern derselben. Erfreulich war es mir, daß gerade um dieselbe Zeit, als das Namensverbot in Preußen erging, in Oesterreich die Aufhebung einer solchen früher bestandenen Beschränkung durch ein ausdrückliches Hofvekre: ausgesprochen wurde. Herr von Behme schien mir übrigens wirklich ein gutmüthiger, freisinniger und würdiger alter Mann zu sein. . . . Er gehört der Mendelssohn-Friedländerschen Zeit und Gesinnung an und spricht noch immer mit Verehrung von den beiden Männern, die ihm das Non plus ultra jüdischer Ausklärung sind. Wenn auch die Gesinnung solcher Männer antiquirt ist, so ist doch nicht zu leugnen, daß sie mit einer Frische und Wärme lebten, die mir sehr wohl thut und den Umgang mit ihnen höchst angenehm macht. — Unter den blos durchreisenden Gästen war auch Prof. Gans aus Berlin, mit dem mich Herr von Behme zwar bekannt machen wollte, der aber bald von hier abreiste. Ich habe ihn daher zwar gesehen aber nicht gesprochen. Wie mir Mannheimer, der mit ihm kurze Zeit sprach, sagte, scheint ihm jede Berührung mit Juden mehr oder weniger unangenehm zu sein". Ausführlicher als dies bisher geschehen, möchte ich nun von einem Gelehrten sprechen, an den zu denken die Pietät mir gebietet, von meinem Vater. Die Briefe meines Vaters an Zunz lagen mir, durch die Güte des großen Gelehrten, bei der Ausarbeitung meines Buches: „Abraham Geiger's Leben in Briefen" (Nachgel. Schriften Bd. V, Berlin 1878) vor. Viele Briefe sind daselbst abgedruckt. Hier will ich nur eine kleine Nachlese halten. Sie betrifft nicht die gelehrten Notizen, die nach dem oben ausgesprochenen Grundsatze unbeachtet bleiben, sondern einiges Allgemeinere. Den ersten Brief, den Abraham Geiger an Zunz schrieb (25. Apr. 1831) Lheilte er selbst in seinem dem Meister zum 70. Geburtstage gewidmeten Glückwunschschreiben auszugsweise mit (Franks, a. M. 1864, wiederholt, Nachgel. Schr. I, S. 305-307 vgl. Bd. V, S. 39). Er kann in diesem Zusammenhang nicht fehlen. Es wird damals wie heute wenige Jünglinge geben, die mit solcher Bescheidenheit und zugleich mit solchem Verständnisse dem Meister nahen. Der Brief ist ein Denkmal vergangener Zeit, als Spiegelbild und Mahnung mag er auch der jetzigen dargeboten werden. Er lautet: Bonn, den 25. April 1831. Hochgeehrtester Herr! Die Hochachtung, die mir Ihr würdiges Streben und Wirken für Sie einflößt, nährte stets den Wunsch in mir, mit diesem edlen Manne einst, Zeitfchr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. V. 16

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