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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 242

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 242 (sequence 20)
Language
German
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242 Neue Mittheilungen. aä e. Wird mit dem Prediger von Seiten des Vereins contrahirt und von der städtischen Behörde bestätiget. Am 12. Februar, als am Geburtstage unsers Kaisers, geschehet die Uebergabe des Locals, nämlich der sogenannten Altschule durch den Magistrat an den Verein, wo sodann zum Umbau und andern materialen Einrichtungen geschritten wird, dessen gänzliche Herstellnng wahrscheinlich vor Aug. l. I. nicht beendigt sein wird. Jndeß ist es nothwendig, daß der Prediger um drei Monate früher hier sei um mit seiner Berathung den Cultus zu reguliren". Aus den folgenden Briefen Beers ist wenig zu entnehmen. Von Interesse ist z. B. die Notiz, die Commission habe beschlossen, daß der öffentliche Verkauf der Mizwoth nicht mehr stattzufinden habe. Der künftige Biograph von Zunz kann diese Prager Angelegenheit aus den Briefen Ludwig Pollaks und des Herrn von Lämel, die reiches Material enthalten, weiter verfolgen. Die Leichtigkeit, mit der Znnz in jüngeren Jahren Bekanntschaften schloß, ganz im Gegensatz zu seinem spätern Leben, in welchem er ziemlich unzugänglich wurde, zeigt sich namentlich in dieser Präger Periode. Männer und Frauen, Gelehrte und Ungelehrte wenden sich noch viele Jahre später an Zunz und seine Gattin, welche die schöne Aufgabe der Frau, zu vermitteln, zu mildern, Schwierigkeiten zu ebnen. Abgewiesene zu versöhnen in herrlichster Weise erfüllte. Unter ihnen sei nur einer erwähnt: Wesselh, Religionslehrer in Prag, der 1836—1844 viele höchst anregende, ernste und humoristische, bisweilen über Personen und Dinge scharf aburtheilende Briefe schrieb. Er war ein freisinniger Mann, der z. B. 1838 äußerte, er wolle sich bemühen, A. Geiger, wenn dieser die stark umkämpfte Stelle in Breslau nicht erhielte, eine Anstellung in Oesterreich zu verschaffen. Aus seinen Briefen mag nur einer vom 18. Sept. 1836 erwähnt sein. Der Briefschreiber schildert seinen Marienbader Aufenthalt und erzählt dann Folgendes : „Besonders großen eken habe ich bei Ihrem Staatsminister und Großkanzler von Behme gefunden. Er bat einen der hier anwesend gewesenen Prälaten aus Prag, mich ihm zu Präsentiren, lud mich mehrmal zu Tische, ging mit mir oft spazieren und sprach sehr viel von den Verhältnissen der Juden im preußischen Staate. Es bedrücke ihn sehr, versicherte er, der Rückschritt, den Preußen in dieser Hinsicht in den letzten Jahren mache. Er sei aber überzeugt, daß alle diese gehässigen Verfügungen und selbst die neuerliche in Betreff der Namen nicht vom König ausgehen, sondern von

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