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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 238

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 238 (sequence 16)
Language
German
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238 Neue Mittheilungen. und M. Veit genannt, da es schwerlich nöthig sein dürste, den Verleger jedes jüdischen Kalenders zu nennen, obwol auch deren Briese von Zun; gewissenhaft aufgehoben wurden. Die beiden ersten sind schon deswegen hervorzuheben, weil sie unter ihren Genossen eine hervorragende Stellung einnehmen, weil sie ferner mit Zunz in jahrelanger Verbindung lebten und bedeutende Werke des Gelehrten in ihrem Verlage erscheinen ließen und durch diese lange Beziehung den bloßen geschäftlichen Berkehr in einen freundschaftlichen verwandelten. Unter den Briefen Ashers sind sehr viele mit kurzen Nachschriften — meist in englischer Sprache — an die Frau versehen: Liebenswürdige, scherzhafte Berichte von seinen Reisen. Die Briefe selbst sind meist geschäftlichen Inhalts, geben Nachrichten von Bücherkäufen u. dgl. Nur zwei Stellen sollen hervorgehoben werden. Die eine, weil sie einen Conflict Zunz' mit der Censur enthält. Die „gottesdienstlichen Vorträge" waren mit einer sehr geharnischten Vorrede gegen die Bedrückungen der Juden versehen. Eine der kräftigsten Stellen wurde von der Censurbehörde gestrichen. Für Zunz, der grade damals in Pyrmont war, traten sein Verleger und sein Freund Moser ein: von der Censurbehörde wurden sie zum Oberpräsidenten, von diesem wieder zur Behörde geschickt; schließlich scheint die Stelle stehen geblieben zu sein. Wenigstens meldet Moser, es seien schon 300 Exemplare des Buches verkauft. (Vgl. meinen Artikel „Moser, der Freund Heines" in der Frankf. Zeitg. 15. Juli 1891.) Asher berichtet, er gebe Freunden das Buch ganz. Unbekannten ohne die ersten vier Seiten, in denen die beanstandeten Stellen sich fänden. In einem andern Briese Ashers (aus Paris Juni 1840) heißt es: „Gestern, mein sehr geehrter Herr und Freund, müssen Ihnen die Ohren sehr stark geklungen haben. Zehn Ihrer Ihnen bekannten und unbekannten Verehrer hatten sich vereinigt, um den zweiten Festtag zusammen zu speisen und jüdische Literatur zu sprechen. Herr Münk, Herr Markus, Herr Derenburg waren von der Gesellschaft und da leider Damaskus hier wie in Leipzig den Hauptgegenstand der Unterhaltung bildet, so war es zunächst Ihr herrlicher Aussatz in der Leipziger Allgemeinen Zeitung, dem Lob gespendet wurde. Cremieux ist diesen Augenblick in London und es ist sehr wahrscheinlich, daß er als Advokat und Münk als Araber in 12 bis 14 Tagen nach Alexandrien gehen, um sur les lienx die Sache zu verfechten. Ich soll Sie in Münks Namen bitten mir gefälligst umgehend ihre Quelle für den von Ihnen angeführten ganz analogen Fall anzugeben; wenn dieselbe eine nichtjüdische ist, so könnte Cremieux dieselbe in seinem Plädoyer benutzen". (Der Aufsatz ist wieder abgedruckt in Zunz, Gesammelte Schriften II, S. 160—172.)

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