Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus L. Zunz' Nachlaß
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 15)
- Language
- German
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Aus L. Zunz' Nachlaß. 237 der zehnten Auflage 1864 lehnte Zunz eine Betheiligung ab, mit Hinblick auf seine größeren wissenschaftlichen Arbeiten, empfahl statt seiner andere Berliner Gelehrte und ließ sich auch durch eine erneute Aufforderung des Verlegers nicht zur Mitarbeit bewegen. In diesem Zusammenhange mag auch von Zunz' Beziehungen zum Buchhändler SPen er und seiner Thätigkeit als Redacteur der Spenerscken Zeitung andeutungsweise die Rede sein. Zunz war 9 Jahre lang (1. Jan. 1823 bis 31. Dez. 1831) Redacteur der Spenerschen Zeitung und es würde sich, wie oben bemerkt, wohl lohnen, dieser Thätigkeit etwas genauer nachzugehn. Dafür fehlt mir jetzt die Zeit, denn bei der Anonymität der Artikel bedürfte es zeitraubender Stil-Untersuchungen zur Feststellung der Autorschaft. Hier mag nur darauf hingewiesen werden, daß eine solche Darlegung nicht bloß wichtig wäre zur Erkenntniß eines bisher gar nicht gewürdigten Theiles von Zunz schriftstellerischer Thätigkeit, sondern auch zur Beurtheilung des damaligen Berliner journalistischen Treibens. Zunz' Mitredaeteur war Julius Curtius, der sich u. A. in den Saphirschen Streitigkeiten 1826 fg. hervorgethan hat. Besitzer der Zeitung war bis Ende 1826 der Buchhändler Spener, von da an der Bibliothekar Spiker. Der Erstere ließ seinen Redacteuren meist freie Hand, wenn er auch Einzelnes ihnen nahelegte, z. B. Zunz einen Nekrolog auf Bode (Nov. 1826) oder etwas lobte, wie des Genannten Pariser Artikel (27. April 1826); der Letztere mußte in seiner Beamtenqualität auf eine besondere Vorsicht und Zurückhaltung in politischen Dingen dringen, wie er dies in einem sehr charakteristischen Briefe (1830) mit Rücksicht auf die sehr bedenklichen Zeitverhältnisse forderte. Er kündigte schließlich seinem Redacteur wegen divergirender politischer Ansichten. Das persönliche Verhältniß des Redacteurs mit den Besitzern — mit Spiker hatte Zunz auch in Bibliotheksdingen und in wissenschaftlichen Angelegenheiten manchmal zu thun — war ein harmonisches, mit Spener gradezu freundschaftliches. Dies geht aus manchen sehr liebenswürdigen Zeilen Speners hervor, besonders aus folgenden Abschiedszeilen (5. Jan. 1827): „Bei der nunmehr erfolgten Trennung unseres Lebensweges empfangen Sie, werthgeschätzter Herr Dr., meinen aufrichtigen Dank für die treue Begleitung, welches Sie mir bis zu dessen letztem Stadium haben zu Theil werden lassen. Das eigne Bewußtsein von Pflichtgefühl und der gewissenhaften Berufstreue, mit welcher Sie von Anfang unserer Verbindung an das übernommene Geschäft geführt haben, wird Ihnen die größte Zufriedenheit gewähren, die durch mein ausdrückliches Anerkenntniß nicht erhöht werden kann und eben darum dessen auch nicht bedarf". Außer den bisher erwähnten Buchhändlern seien wenigstens A. Asher