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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 235

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 235 (sequence 13)
Language
German
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Aus L. Zunz' Nachlaß. 235 der bei Zunz klingelte und fragte: ob vr. Auerbach hier wohne, antwortete Jener: „Sie irren sich von A bis Z". Ueber die Geschichte dieses Bertiner Tempels enthalten die Briefe von Günsburg an Zunz (1821 fg.) nicht unwichtiges Material, das hier mitgetheilt werden soll. Diese Briefe sind theils an Zunz allein, theils an ihn und L. Lazarus oder Behrendt gerichtet und enthalten häufig Grüße an Letztern und Heine. 27. Mai „Ihre beiden Schreiben bringen die günstigsten Resultate und eröffnen die srohesten Aussichten, denn ich erwarte viel von der Berathung des gesammten Staatsministerii, da Männer von Geist, Herz und gutem Willen dabei sind. Nur bemerke ich, daß wenn Sie schreiben, Altenstein will die Sache zu einer allgemeinen machen, Sie nicht glauben dürfen, man werde allen Israeliten im Staate befehlen, deutsch zu beten. Dies geschieht gewiß nicht, denn, wie mir Hardenberg selbst gesagt, ist so etwas wider die humanen Grundsätze des Königs und des Staats, der keinen Gewissenszwang anthut und, sagte Hardenberg ferner, er könne nur denen, die den deutschen Gottesdienst wünschen, denselben gewähren, keineswegs aber ihn denen aufzwingen, welche ihn nicht haben wollen. Das sind seine eignen Worte. Uebrigens ist er sehr dafür und wird gewiß zum Gelingen unseres Vorhabens viel beitragen". Er hofft, daß man bald nach Pfingsten den Tempel eröffnen werde. Am 29. Mai hat er schon wenig Hoffnung mehr; doch räth er, Lazarus möchte nochmals zu Hardenberg gehn und ihm die Sache vorstellen. 30. Mai „Ist in Berlin ein deutscher Tempel, so muß er nothwendig auch hier sein können; darf er hier nicht sein, so darf auch dort keiner sein! Leider machen wir abermals die traurige Erfahrung, daß uns Israeliten jeder Schritt zur Veredlung unser selbst erschwert wird und zuletzt wird es uns noch obendrein zum Vorwurfe gemacht, daß wir nicht fortgeschritten sind". Am 10. Juni meldet er, daß Anfragen nach Breslau gerichtet und von ihm beantwortet sind: „Im Ganzen sehe ich doch, daß von dort aus auf alle mögliche Weise unsere Sache erschwert wird und ich sehe es doch wohl kommen, daß am Ende nur Hardenberg und Albrecht das Meiste thun werden, dadurch daß sie den König zur Zurücknahme jener Cabinetsordre bewegen werden. Auch sehe ich wohl ein, daß man vorläufig nur bis zur Vollendung des Shnagogenbaus die Erlaubniß erhalten dürfte". Am 4. Juli theilt er mit, daß die an ihn gestellte Anfrage der Regierung laute: „Sie werden aufgefordert sich darüber zu äußern, in welchem Verhältnisse nach jüdisch-kirchlichen Grundsätzen die bisherigen Schriftgelehrten und Rabbinerfzu der beabsichtigten deutsch-jüdischen Religionsgesellschaft stehen sollen und zu den besonderen Religionslehren, die diese Gesellschaft an-

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