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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 234

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Aus L. Zunz' Nachlaß
Date
1892-01-01
Page
Seite 234 (sequence 12)
Language
German
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234 Neue Mittheilungen. er auch keineswegs allen dort gemachten Bestrebungen zustimmte. Als Zeugniß dieses Interesses, wichtig auch wegen des Versuches, Hamburger Einrichtungen auf den gleich zu erwähnenden Berliner Tempel zu übertragen, mag hier ein Stück ans einem Briefe des später so berühmt gewordenen Wiener Predigers Mannheimer folgen (Hamburg 23. Oct. 1821): „Rieß wird Ihnen erzählen und demonstriren können, wieviel, wie gar viel die Ordnung und die geläuterte Liturgie des hiesigen Gottesdienstes zur Belebung der Andacht beiträgt. Bearbeiten Sie doch diesen Gegenstand ein bischen! Sie, Lieber, Sie sind dazu berufen, die Berliner Anstalt ist wirklich ein Unding. Doch Sie werden es ja selbst bei Ihrem Hiersein empfunden haben und Sie können sich's wohl vorstellen, daß sich in den „furchtbaren Tagen", wie man sie mit Recht betitelt hat, der Unterschied am augenscheinlichsten bewährt. Aus jeden Fall könnte man doch das Hamburger Gesangbuch und die Musik einführen. Ein Mann wie Gumpertz, der das Ganze so eifrig wünscht und will, kann Ihnen sicher nicht im Wege sein und der, von dem ich den meisten Widerstand fürchte — Sie wisfen, wen ick meine, der sollte doch soviel nicht zu sagen haben, da er am Wenigsten thut und gethan hat, um Mißverhältnissen vorzubeugen, nenne ich meinen Mann, ich meine Herrn Muhr". (Gumpertz und Muhr sind zwei für die Geschichte der Berliner jüdischen Gemeinde wichtige eifervoll wirkende Männer. Ueber Gumpertz ist noch unten zu handeln; von Muhr habe ich keine Briefe gefunden.) Zunz war eine Zeit lang Prediger an der Berliner Resormshnagoge, die um's Jahr 1820 begründet worden war (vgl. m. Gesch. d. Juden in Berlin I, S. 165 ff. II S. 200 ff.). Er legte freiwillig diese Stelle nieder (Sept. 1822). Wie aus einem Briefe I. L. Auerbachs zu entnehmen ist, wurde dies von dem Genannten am 15. Sept. 1822 in folgender Weise in der Synagoge mitgetheilt: „Eine wohllöbliche Commission dieser Gemeinde-Synagoge zeigt der werthen Gemeinde hiermit an, daß der Herr vr. Zunz, bisheriger Prediger an diesem Gotteshause, seine Stelle freiwillig niedergelegt und daß er demnach von jetzt an hier weder predigen noch sonst eine geistliche Funktion verrichten wird". Ueber diesen Auerbach bringen die bekannten Heine'schen Briefe an Moser manche nicht eben schmeichelhaften Bemerkungen und Prädikate. Moser in einem Briefe an Zunz schreibt einmal (5. Oct. 1822): „Ich höre, daß das Predigerfohlen — wie Gans einmal den vr. Auerbach treffend genannt hat — nächstens von der Kanzel ein Probewiehern halten wird". Ueber Auerbach giebt es auch eine gute Zunz-Anekdote. Beide Männer wohnten eine Zeit lang in demselben Hause. Einem Fremden,

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