Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus L. Zunz' Nachlaß
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus L. Zunz' Nachlaß. 227 aber nicht so häufig wie man erwartet, tritt der Groll des jüdischen Schriftstellers über manche Unbill, die seinen Glaubensgenossen zu Theil geworden ist oder noch wird, hervor, gelegentlich ein heftiges Austreten gegen den Unverstand, mit welchem jüdische Dinge behandelt und beurtheilt werden. Da die größeren Satiren aus den oben angegebenen Gründen von der Wiederholung ausgeschlossen werden mußten, so war ich genothigt, mich mit dem Abdruck einiger kleineren zu begnügen, scherzhaften Recensionen nicht erschienener Bücher, die, wenn sie auch diese ganze Art nicht völlig charakterisiren, doch als erreichbare Proben der ganzen Gattung willkommen sein mögen. Endlich gehören dem eigensten Gebiete des Schriftstellers solche Beiträge an, die sich aus jüdische Dinge beziehen. Dazu sind jüdische Anekdoten zu rechnen mit recht abgestandenem Witz, die einer Wiederholung nicht Werth sind; endlich Übersetzungen, von denen einige Fabeln zur Probe mitgetheilt werden Ich bin weit davon entfernt, die nun folgenden Stücke als Meisterwerke zu betrachten. Ich drucke sie ab, weil sie völlig unbekannt sind und weil ich glaube, es möchte Manchem nicht uninteressant sein zu sehen, wie ein ernster Mann der Wissenschaft sich in seiner „grünenden Jugend" mit kleinen litterarischen Tändeleien die Zeit vertrieb. 1. Aphorismen?). Verachte wenig; viel würde dich verhaßt, alles lächerlich machen. Aber belache auch wenig; viel würde dich verdächtig, alles verächtlich machen. — Die Briefe von Gubitz, welche sich im Nachlasse finden, enthalten nichts für diese Beiträge im „Gesellschafter" Wichtiges. Sie geben nur Notizen über Annahme oder Ablehnung einzelner Aussätze, Honorarberechnungen u. A. Sie gehören fast ausschließlich dem I. 1817 an; ein aus dem 1.1834 stammender Brief betrifft einen von Zunz angebotenen Aussatz eines Anderen. — In einer Anmerkung will ich wenigstens darauf hinweisen, daß diese Uebergriffe von Zunz auf das belletristische Gebiet ihn den jungen Schriftstellern jener Zeit näherten. So findet sich in dem Nachlasse u. A. der Brief eines Herrn v. Oesfeld (?), der Zunz mit Hinweis auf jene dem „Gesellschafter" gelieferten Beiträge zur Theilnahme an einer von dem Briefschreiber begründeten Zeitschrift ausfordert. Auch ist daselbst ein Brief von K. Winkler (Dresden 17. Juli 1818), der eine projectirte Verbindung mit den ..Abendblättern" darthut; aus einem Briese von Winkclmann und Wagner (Magdeburg 1819) geht hervor, daß Zunz eincr von diesen Beiden zu begründenden Zeitschrift Beiträge erzählender Art anbot; die Verbindung kam nicht zu Stande, weil die von ihm gestellte Honorarsorderung zu hoch war. 2) Meist unter diesem Titel. Die ersten mit der Aufschrift „Sentenzen aus meines Vaters Testament". Gedruckt „Gesellschafter" 1817, 31. Oct. 178 Bl., 14. Nov. 186 Bl.; 1818, 20. Febr. 29 Bl. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. V. 15