Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 29)
- Language
- German
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182 Steinschneider: Hebräische Drucke in Deutschland. Chajjim aus Troppau gab die Novellen des Jonatan Ehbeschütz über die Fastgesetze heraus. Schalom (Sal. Jacob) Cohen, Lehrer an der Freischule, welcher 1809 den „neuen" Sammler begründete, eröffnete seine literarische erfolgreiche Lausbahn mit dem 1. Theil eines hebr. und deutschen moralischen Fabelbuches (VLdre ^.^ur) mit einem Eulogium von N. Ries. Ein sicherer Druck vom I. 1800 ist mir nicht bekannt. Nach Zedner's Vermuthung (S. 373) gehört hierher das anonyme, aber von Satan ow verfaßte Oidre Ridot, Gespräche über den jüdischen Glauben mit dem Druckort Constantin opel und entsprechenden fingirten Approbationen, zwei Theile (s. Roest S. 478; für Fürst, B. I. III, 253, ist der 2. Theil „handschriftlich hinterlassen"! Catal. Bodl. x. 2503 ist zwischen 4 u. 5 irrthümlich eine Verweisung geraten). Wir haben gesehen, daß es (wenigstens T. I) schon 1799 von Satanow ausgeboten ist. Aus den Jahren 1801, 1802 habe ich nur 4 unbedeutende Schriften notirt, darunter 1802 Satanow's ethisches Schriftchen NsAillat dkasiäim T. I mit Commentar (60 Bl.), angeblich das alte (verloren gegangene), copiirt von David Lesla Cohen. Es ist sein letztes bekanntes Werk, obwohl er erst am 25. Dec. 1804 starb, aus welchem Jahre mir kein Berliner Druck bekannt ist. Er scheint mit dem 70. Lebensjahre seine unermüdliche Thätigkeit abgeschlossen und die Presse in Siechthum zurückgelassen zu haben. Sein eigensüchtiges Streben hatte wohl zuletzt die Männer abgestoßen, welche von der Presse eine civilisatorische, veredelnde Wirkung erwartet hatten, denen die Herausgabe älterer, selten gewordener Schriften (s. 1790 —1795, 1798) doch nur von ungeordnetem Werthe war ^). — Satanow hat in 30 Jahren mehr als 10 Schriften selbst verfaßt, ungefähr ebensoviele mit eigenen Commentaren oder Noten begleitet, zum Theil wiederholt herausgegeben; abgesehen von solchen, die er hauptsächlich corrigirte, ohne Bedeutendes hinzuzufügen-). Berlin, im Jan. 1891. Nachtrag. (Bd. III, 265.) I^kkavot, jüd.-deutsch datirt 21. Elul 494, 2 Bl. fol., besitzt jetzt die k. Bibl. — (Bd. III, 262.) Um 1750 soll der erste Versuch einer hebräischen Zeitschrift, moralischen Inhalts, von Mendelssohn und Tobijja Bock, es nur bis zu 3 Artikeln gebracht 2) Satanow's letzter Beitrag zum Sammler (unter dem Namen seines Sohnes „Scheima Salomo") steht im IV. Bande; s. Catal. Bodl. x. 2504. 2) Ueber das weitere Schicksal der Druckerei s. den Art. Jüd. Typographie 1 e.