Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Steinschneider: Hebräische Drucke in Deutschland. 163 (XI, 133, s. weiter unten 1793 über Lesamim kosed) charakterisirt ihn mit folgenden Worten: „Satanow war eine unehrliche Natur mit erstaunlicher Sprachbegabung: Auch sein religiöses Verhalten war charakterlos; er heuchelte bei den Frommen und bei den Ausgeklärten". Vor solcher inquisitorischen Strenge würde mancher gefeierter Kritiker unserer Zeit, mit ihren geschärften Begriffen der Gegensätze, schlecht bestehen; hat doch einer es nicht verschmäht, sich literarisch gegen Deut. 22, 5 zu vergehen, um bedenkliche Ansichten zu verbreiten. Tatsächlich hat Satanow mehr nützliche Kenntnisse, Witz und Geschmack besessen und verbreitet, als die vorgeblichen Vertreter des Hebräischen in Jahrbüchern und Zeitungen 100 Jahre nach ihm. Seine literarischen Unterschleife müssen mit der damaligen Mode fingirter Namen gemessen werden (ich erinnere nur an die I-ettrss Mivv3 des Marquis ä^r^ens); sie haben schwerlich viele Leser getäuscht und verfolgten keine Tendenz, welche dem Käufer einen größeren Schaden als den geringen Kaufpreis zufügen konnten. Ernsteren Tadel verdienen die fingirten Approbationen zu seinen Schriften. Satanow war Schriftsteller von Profession im eigentlichen Sinne des Wortes, aber ein geschickter, fleißiger und erfolgreicher, und letzteres nicht bloß wegen seines Talentes, die verschiedenartigen Stoffe in eine entsprechende Stilform zu kleiden. Satanow besaß auch die, bei seines gleichen seltene Klugheit, sehr wenig von sich selbst zu sprechen; er pries nur — seine Waare. — Damit sollen seine Fictionen natürlich nicht gerechtfertigt sein. Für seine Schriften verweise ich hier ein für allemal auf Catal. Bodl. x. 2501—2505, Zedner S. 373 ff., Roest, Catal. Rosenthal S. 477, wo sie nach den Titeln alphabetisch geordnet sind. Bei Fürst, B. I. III, 251 ist weder Ordnung, noch Vollständigkeit, noch Correctheit (s. z. B. unter 1784); unbegreiflich ist die Herausgabe von Werken des Jsak Loria (oder Chajjim Vital, ek. II, 258, III, 481) in Karez 1785. — Der Leser findet hier eine möglichst vollständige chronolog. Aufzählung unter Hervorhebung von Einzelheiten. Im Allgemeinen ist noch zu bemerken, daß die, ebenfalls der Weltliteratur entlehnte falsche Angabe des Druckortes aus verschiedenen Rücksichten in dieser Periode zur Anwendung kommt; doch bin ich nicht in der Lage, überall den vorgeblichen Druckort (meist Constantinopel, Smyrna :c.) anzugeben. — „Berlin" mit deutschen Lettern habe ich erst zu 1773 notirt, es kommt wohl schon bei Jtzig Speier vor? 1772 erschien die Erstlingsschrift Satanow's: leeret Läer ka-5ekar (30 Bl.) über die von Maimonides erwähnten 2 Linien (Assymptoten) und andere geometrische Probleme, auch über den Tempel Ezechiels, — zwei bekannte Schriften über Josef Karo: lorat ^ekutiel von Rafael Kohen Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. V. 11