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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 148

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 2
Article
Lehrerseminare in Galizien - Tumult gegen die Juden in Prag
Date
1892-01-01
Page
Seite 148 (sequence 3)
Language
German
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148 Wolf: Lehrerseminare in Galizien. — Tumult gegen die Juden in Prag. beiderlei Geschlechts^). Das Schulgeld beträgt im Durchschnitt für ein Kind halbjährig 1 fl. 15 kr. und sind 21 Lehrer dieser Classe vorhanden. In der zweiten Classe unterrichtet 1 Lehrer mit 1 oder 2 Unterlehrern beiläufig 22 Knaben gegen eine Besoldung von 2 fl. 30 kr. halbjährig für jedes Kind. Derlei Lehrer existiren 14. Ein Lehrer der dritten Classe hat 10—13 Schüler mit einem oder keinem Gehilfen, dem die Eltern für jeden Schüler 4 fl. 30 kr. halbjährig bezahlen. Derartige Lehrer giebt es 11. In der vierten Classe unterrichtet ein Lehrer 6 erwachsene Jünglinge und empfängt für jeden halbjährig 8 fl. 30 kr. Derartige Lehrer giebt es 6. 21 Lehrer der 1. Classe unterrichten beiläufig 735 Knaben, die durchschnittlich jeder halbjährig 1 fl. 15 kr. bezahlen, daher ganzjährig 1837 fl. 30 kr. 14 Lehrer der 1. Classe haben 280 Schüler, sie erhalten halbjährig von jedem Schüler 2 fl. 30 kr., beträgt ganzjährig 1400 fl. 11 Lehrer der 3. Classe unterrichten 132 Schüler. Halbjähriges Schulgeld für jeden 4 fl. 30 kr., giebt jährlich 1188 fl. 6 Lehrer in der 4. Classe unterrichten 36 Schüler für ein halbjähriges Schulgeld 8 fl. 30 kr. Sie empfangen daher 612 fl. Es gab daher im Jahre 1786 in Lemberg im Ganzen 1183 Schüler, die von 52 Lehrern unterrichtet wurden. Das Unterrichtsgeld betrug 5037 fl. 30 kr. Hierzu steuerte die Talmud Thora III fl. 15 kr. bei und von Seite der Eltern wurden 4926 fl. 15 kr. bezahlt. So lagen die Unterrichtsangelegenheiten der israelitischen Jugend in Lemberg, in der Hauptstadt Galiziens; aus dem Lande waren sie noch schlimmer. Wie wir sofort hinzufügen wollen, waren die Verhältnisse in den anderen österreichischen Kronländern zu jener Zeit nicht anders und nicht besser. Der Unterschied bestand jedoch darin, daß man in den anderen Kronländern mehr Empfänglichkeit für die vom Staate gestellte Forderung, daß die Juden jüdische Volksschulen besuchen oder daß sie ihre Kinder in christliche Volksschulen senden, entgegenbrachte. Wie bekannt, wurde in Folge des Sendschreibens Hartwig Wessely's die erste jüdische Volksschule in Trieft begründet, an welcher Herz Homberg bis zum Jahre 1787 als Lehrer wirkte. Dem Beispiele Triests folgte 1783 Prag. Daselbst wurde im Jahre 1785 auch eine jüdische Mädchenschule errichtet u. s. w. In Galizien jedoch ist man im Allgemeinen auch heute gegen ein geregeltes Schul- Es erhielten daher in dieser Classe auch Mädchen Unterricht. Es scheint jedoch, daß Mädchen diese Schulen thatsächlich nicht besucht haben.

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