Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Deutsche Schriften über Sabbatai Zewi
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 5)
- Language
- German
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104 Miscellen. Warnung für Schaden mit Gott, aus Treuen, wohlmeinendem Hertzen, an alle Hohe und Niedere, zu sonderbarem Belieben und Nachdenken aufgesetzet von Michael Buchenrödern, Pfarrern und Superintendenten zu Heldburgk. Nürnberg, Gedruckt und zu finden beh Wolf Eberhard Felßecker, 1666". Das 3. Capitel der Schrift enthält die „Widerlegung des heutigen Gerichts von dem neuerstandenen Messias der Juden" und richtet sich gegen drei specielle Flngschriften. 1. gegen das „Extract-Schreiben aus 8a1a iu Lardaria äs äato den 6. Aug. 1665". 3. gegen die „andre Relation den 3. Oktob. und 14. Sept. aus Alzit, Alexandria, Jerusalem, Hebron und Sora über Venetien und Livorno". 3. gegen „die dritte Zeitung aus Jerusalem". Die Widerlegung ist sehr naiv: Bibelstellen, Worte alter Historiker werden als Kampfmittel ins Feld geführt. Die dritte Schrift ist rein theologisch (8 Bl. in 4"). „Jüdischer Heer- Zug, d. i. Einfältige Jüden-Predigt, darinnen gehandelt wird, ob die zehen Stämme Israelis das gelobte Land wieder können besitzen und behaubten, denen schwachen Christen zu Stärkung ihres schwachen Glaubens. Am Ascher- Mittwoch, welcher von unserer beederseits Hoch-Adel-Herrschaft von Kiinsperg und Giech, anstatt der Quas- und Fraßnacht zu einem Büß-, Bet- und Fast-Tag Christehserich angesetzet worden. Gehalten von Johann Rephun, Pastore in Thurnau. In Verlegung Georg Friederich Zieglers, Buchhändlers in Culmbach. ^.nno HVo OI^anAVnt. arNa lekVvae! Gedruckt zu Bayreuth bev Johann Gebhard". Den gedruckten Schriften folgen einige wenige lateinische und französische Briefauszüge aus London und Amsterdam, welche die sabbatianische Angelegenheit betreffen. Darunter ist auch die Abschrift eines Briefes des „Königs der Juden", 24. Aug. 1666 mit der Unterschrift: Sahdatai 8edi. Ein Eingehen auf dieselben kann theils deswegen nicht stattfinden, weil die erwähnten Stücke nicht deutschen Ursprungs sind, theils deswegen, weil dieselben manchmal nicht ernst zu nehmen, sondern Schulübungen sind. So steht z. B. auf einem lateinischen, angeblichen Brief aus Smhrna vom 1. April: „Lxereitinm live stM eoivxositum a Nulärieo Lurekdaräo". Eine Erwähnung verdient nur ein Blatt mit dem Datum „Regensburg, 14. März 1666". Dort wird aus Wien gemeldet, daß mehrere Juden den kaiserlichen Hof um Erlaubniß zu ihrer Abreise gebeten hätten, weil ihr Messias gekommen sei. Ein anderer Bericht daselbst aus Prag meldet, daß „denen Juden zum Schimpf" in der Fastnacht von Adligeu ein Aufzug veranstaltet worden sei, eine Parodie des Zuges des Messias mit seinen Getreuen. Der Messias habe aus einem Buch vorgelesen: Folget mir nach; eine Posaune sei geblasen worden; einzelne der Oavaliers