Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Deutsche Schriften über Sabbatai Zewi
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 6)
- Language
- German
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Miscellen. 105 hätten hebräisch geredet. Dadurch sei ein großer Auflauf entstanden, das Ganze habe die Juden aber sehr verdrossen, so daß sie sich nicht hätten sehen lassen. 2. Prophezeihungen. Von Moritz Steinschneider. Aus Vorblättern eines Exemplars des Mar'e Musar, ed. 1680, welches der Buchhändler Benzian vor mehreren Jahren besaß, fand ich eine Notiz von 2 Seiten (jüdisch-deutsch), woraus ich folgendes excerpirte: Zur Zeit Rudolfs fand man unter einem abgetragenen Thor einen Marmelstein, 8 Ell. lang, 4 Ell. breit mit einer Inschrift in lateinischer, deutscher und hebr. Sprache. Der Inhalt besteht in Prophezeihungen für d. Jahr 1690 n. Geburt Jesu bis 1700. Im I. 1690 wird ein großer Krieg sein und 1700 der Messias kommen. 3. Eine bildliche Darstellung Moses Mendelssohns. Bon Ludwig Geiger. Im I. 1792 erschien ein, jetzt sehr selten gewordenes Büchlein (ein Exemplar desselben in der Göritz-Lübeckschen Stiftung in Berlin): „Phhsiognomischer Almanach für das Jahr 1792. Berlin, bei Joh. Friedr. Unger". Der eigentliche Text des Almanachs, eine Erzählung von 262 SS., eine Geschichte aus Venedig, abend- und morgenländische Abenteuer enthaltend ist unsinnig, gänzlich werthlos und entspricht dem Titel des Almanachs in keiner Weise. Dieser Titel wird nur gerechtfertigt durch eine Reihe Chodowieckischer Kupfer und deren Erklärungen, in denen ab und zu auch das phhsiognomische Moment hervorgehoben wird. Unter diesen geistreich erdachten und kunstmäßig ausgeführten Kupfern, die allgemeine, aber auch specielle Berliner Typen darstellen, (z. B. die Kraftgenies, Speichellecker, fleißige Hausfrau) befindet sich als 10. „Moses Mendelssohns Examen am Thor zu Potsdam". Der Gegenstand des Bildchens ist einer zuerst von Nicolai erzählten Geschichte entnommen, des Inhalts, daß Mendelssohn, um dem Verlangen des sächsischen Ministers von Fritsch zu genügen, 1771 auf eine Aufforderung des Königs Friedrichs H. an einem Sabbath nach Potsdam reiste. Am Thore von der Wache nach seinem Borhaben gefragt, zeigte er dem jungen Offizier den Brief, in welchem er „berühmt" genannt wurde. Auf das Befragen des Offiziers, worin er denn berühmt sei, entgegnete Moses: „Ich spiele aus der Tasche". Unser Kalendermann fährt