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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 88

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Aus Briefen Dohms an Nicolai
Date
1892-01-01
Page
Seite 88 (sequence 14)
Language
German
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88 Neue Mittheilungen. Halts" (Göttingen 1782, Bd. X, S. 250—256) aufzunehmen für gm fand. Der Korrespondent, der sich als toleranten Kaufmann ausgiett, richtet an Dohm folgende Fragen oder legt ihm einige Zweifel vor. 1. Wie soll aus dem jüdischen Handelsmann ein Bauer werden? Vielleicht durch Urbarmachung ganzer Districte und Begründung von Dörfern mit jüdischer oder gemischter Bevölkerung? 2. Jüdische Bauern und Handwerker würden sich unendlich vermehren und die durch Kriege decimirte christliche Bevölkerung unterdrücken. 3. Woher soll der Staat, da die Juden militärfrei sind, Soldaten nehmen? 4. 5. Thut der Staat gut, einem Volke, das ihm keine Dienste thut, kein Blut vergießt, dieselben Rechte wie den Andern zu gewähren? 6. Ist eine Million reicher Juden einem Staate nützlicher als 20000 Bürger und Bauern, die in den Krieg ziehen? 7. Lebt in einem „militärischen" Staat der Jude nicht freier als der Christ, der nicht „Herr über ein Haar auf seinem Haupte ist?" Eine Nachschrift über die Zulassung der Juden zu öffentlichen Aemtern erklärt sich durch Dohms Antwort. Dohm sendete nämlich eine solche; Schlözer nahm sie in den Briefwechsel (X, S. 279—283) auf. Sie lautet: „Da mein ungenannter Mitbürger es ausdrücklich verlangt, so will ich seine Fragen meiner Schrift „Ueber die bürgerliche Verbesserung der Juden" betreffend 2) hier gern mit einigen Worten beantworten, ob ich gleich sonst es weder nützlich noch n'öthig halte, daß ein Schriftsteller, der seine Gedanken mit Bestimmtheit und Klarheit darzulegen sich bemühet hat, jeden Einwurf beantworte, jeder Erinnerung wieder eine Erinnerung entgegensetze. Wenn er nur die Wahrheit sucht, wird es ihm fast ebenso lieb sein, zu veranlassen, daß andre sie finden, als sie selbst gefunden zu haben. Meine Absicht ist erreicht, wenn es mir gelungen ist, die Aufmerksamkeit des Public! auf eine derselben sehr würdige Materie geleitet zu haben. Mein Zweck war keine Apologie der itzigen Juden, aber wol der in ihnen gekränkten Rechte der Menschheit. Ich habe meine Meinung gesagt, durch welche die Juden glücklichere Menschen, bessere und nützlichere Glieder der Gesellschaft werden können. Ob diese Meinung gegründet sei, muß die Prüfung denkender Köpfe und besonders praktischer Staatskundigen entscheiden. Daß diese Mittel in jedem Lande nach Lokalverhältnissen vert) Anmerkung Schlözers: „Wie unmenschlich und lächerlich grausam die Juden im Kirchenstaat behandelt werden, soll nächstens eine Acte von Pius VI. lehren. Das Gerücht, daß einige große Fürsten neuerlich angefangen haben, diese gedrückte Nation in die Rechte der Menschheit wieder einzusetzen, ist bereits bis nach Italien gedrungen: die Canaille im Kirchenstaat nennt diese Fürsten ReZss Ssdrasorum".

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