Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Briefen Dohms an Nicolai
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 13)
- Language
- German
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Aus Briefen Dohms an Nicolai. 87 oder ob ein Anderer dem Verlangen nachkam; jedenfalls wurde ein großer Artikel alsbald in der „Allg. Deutschen Bibliothek" veröffentlichtDerselbe enthielt eine Besprechung von Dohms zweitem Theil und der zweiten Auflage des ersten und von Hartmanns Schrift. Von dem 2. Theil wird eine sehr ausführliche Analyse gegeben, der Berichterstatter steht durchaus auf Seiten Dohms (nur einmal S. 23 fg. eine kleine Ironie gegen Mendelssohn). Auch in dem Urtheil über Hartmann stimmt der Recensent vollkommen mit Dohm überein und bringt zum Schluß eine Wendung gegen die Göttinger, die grade den Punkt berührt, über welchen Dohm mit Recht ergrimmt war. Der Recensent sagt: „Er streut so ganz zufällig den Tedanken hin, als ob die neueren Judenvertheidiger um den Advocatenlohn arbeiteten; er scheint zu fürchten, daß, nur einmal gesagt, dieser liebreiche Gedanke nicht genug bei den Lesern haften möchte und läßt zum zweiten Mal ein W'örtchen von einer reichen jüdischen Prämie laufen. Was anders kann der Unbesonnene damit wollen, als ehrliche Männer, denen ers nimmermehr würde beweisen können, in den Verdacht setzen, sie hätten für niederträchtigen Gewinn die Wahrheit verkauft? hätten sich bestechen lassen, um wider ihre eigene Ueberzeugung zu schreiben? wären Elende, die auf den Fall, daß ihre Gedanken bei den Großen Eingang fänden, lieber die ganze Gesellschaft in Gefahr setzten; — Denn das soll sie ja, wenn man die Juden aufnähme, sein! — als daß sie einem verächtlichen, schimpflichen Privatvortheile entsagen sollten." Mit diesen Bemerkungen könnte ich die Erörterungen schließen, welche ich den Auszügen aus Dohms Briefen mitgeben mußte. Doch möchte ich den Lesern ein anderes Dohmsches Jneditum nicht vorenthalten. Eine Besprechung der Dohmschen Schrift war in den Büschingschen Nachrichten (1781 St. 40 und 42) erschienen. (Vgl. oben S. 82.) Ein Berliner Leser derselben richtete (20. Okt. 1781) an Schlözer über die Recension einen Brief, den Schlözer in seinen „Briefwechsel meist politischen und historischen Jnt) Bd. 59, St. 1, S. 19—43. Unterzeichnet Rin. Nach S. 7 des oben S. 83, A. 1 erwähnten Verzeichnisses hätte sich Engel des Zeichens nur von 1773 bis 1778 bedient und seit 1778 überhaupt nicht mehr mitgearbeitet; nach S. 68 wäre Rin von 1779—1787 du Roi; nach S. 4 und 48 Rm (also deutsch, nicht lateinisch) v. Dietz. Die letztere Annahme würde ja nach Dietz' bekannter Gesinnung gut Passen. Doch ist nicht ausgeschlossen, daß auch hier wieder ein Jrrthum des „Verzeichnisses" vorliegt, um so weniger als die Recension so völlig dem entspricht, was Dohm wünscht und es ein sonderbarer Zusall wäre, wenn ein fern von Berlin Lebender allen diesen Wünschen Dohms (Beurtheilung Hartmanns, Auftreten gegen die Göttinger) Nachgekommen wäre.