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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 86

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Aus Briefen Dohms an Nicolai
Date
1892-01-01
Page
Seite 86 (sequence 12)
Language
German
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86 Neue Mittheilungen. nach dem ganzen Zusammenhang meiner Grundsätze und nach dem gesunden Menschenverstände unmöglich denken konnte. Ich verlasse mich hierin getrost darauf, daß mein kleines Buch da ist und daß billige Leser mich nur nach dem, was ich wirklich gesagt habe, nicht nach dem, was ein Dritter gesagt, daß ich gesagt hätte, beurtheilen werden. Beleidigender ist es mir aufgefallen, daß Hr. H. in seiner ganzen Schrift Abneigung und Haß gegen die unglückliche Nation zeigt, wovon doch ein unparthehischer Wahrheitsforscher sich vorzüglich rein halten sollte, daß er von ihren Bertheidigern (wie er sie nennt), die ihm doch nichts gethan haben, als daß sie nicht der Meinung des Herrn H. sind, immer in einem beleidigenden Tone spricht, und daß er überall nicht mit dem Ernst und Würde redet, die eine Materie fordert, welche für die Menschheit so wichtig ist. Zu dem letztern rechne ich auch das Spötteln über gewisse Geschichten der alten jüdischen Nation, die mit einer Untersuchung über die bürgerliche Besserung der itzigen Juden gerade so viel Verbindung haben, als die Begebenheiten unter König Numa mit Polhzeyanstalten für die heutigen Römer". Die Göttinger Recension, über welche Dohm in seinem Briefe so ergrimmt ist, findet sich 1783, Bd. III St. 165, S. 1653—1661. An das Toleranzeditt Josephs anknüpfend vertritt sie den Standpunkt, daß von Gleichheit der Rechte für die Juden so lange keine Rede sein könne, so lange keine Gleichheit der Pflichten stattfinde. Der Artikel bespricht eine italienische Schrift: äella inSuonsa äel Kketto nello 8tato und drei deutsche, die von Hartmann und Dietz und die „über die Unnütz- und Schädlichkeit der Juden in Böhmen". Aus letzterer werden, obwol sie als viel zu heftig erklärt wird, manche nachtheilige Bemerkungen mit Behagen wiederholt; Dietz's Schrift wird als eine Reihe von „Jnvectiven auf die Christen und ihren Glauben" characterisirt; Hartmann's Schrift dagegen als „die Arbeit eines gründlichen unparteiischen Untersuchers" gepriesen. Die Sätze, die von Hartmann vorgebracht werden, um „die gemeinschädlichen, Trennung und Unverträglichkeit bewirkenden unabänderlichen Vorschriften" zu beweisen sind einzeln aufgeführt. Nicht dieses Lob Hartmann's mußte Dohm kränken, sondern gewisse Sätze, von denen er überzeugt war, daß sie gegen ihn gemünzt waren. So heißt es am Schluß des ganzen Artikels: Hartmann's Schrift müsse allgemein gelesen werden, „eine Belohnung, die für ihn schmeichelhafter sein muß, als die reichste jüdische oder christliche Prämie". Und an einer andern Stelle: „Wie viel weiter sind da die neueren Judenvertheidiger gegangen! Aber das Cabinet arbeitet auch nicht um den Advokatenlohn, dessen eine schlechte Sache nicht einmal Werth ist". Ob Engel sein Versprechen und den Wunsch des Freundes erfüllte,

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