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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Aus Briefen Dohms an Nicolai
Date
1892-01-01
Page
Seite 85 (sequence 11)
Language
German
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Aus Briefen Dohms an Nicolai. 85 HarLmanns Schrift, die, so schlecht sie ist, doch in den Plan einer allgemeinen Bibliothek gehört. Es wäre doch sonderbar, wenn sich hier nicht einmal ein Recensent finden sollte. Ich will Ihnen nur einige nennen: Moses, Engel, Klein, Biester". Die Schlußbemerkung ist eigentlich recht naiv. Daß Mendelssohn in einer ihn und die Seinen so nahe angehenden Angelegenheit nicht als Kritiker auftreten konnte, wenn nicht die Sache geschädigt statt gefördert werden sollte, lag auf der Hand; Engel und Biester gehören zu den Getreuen des Nicolaischen Kreises, so daß ein Hinweis auf sie ziemlich überflüssig war; auch der Jurist Klein war Nicolai gewiß schon damals nicht unbekannt, später gehörte er zu seinen Mitarbeitern. Dohm war aber in seinem Eifer (1. Nov. 1783) seine Schrift besprochen zu sehen, unermüdlich. Schon am folgenden Tage schrieb er wieder an Nicolai: „Gestern Abend war Herr Engel bei mir und ganz aus eigner Bewegung und in heiligem Eifer erbot er sich, mich gegen den hämischen H. zu vertheidigen. Da nun dieser Schutzengel gleichsam vom Himmel gesandt schien, so sagte ich ihm, daß Sie einen Recensenten des zweiten Theils suchten, der ein Wort über die Göttinger Angriffe sagen könnte und er versprach, ganz gewiß eine Recension für das nächste Stück der Bibliothek zu machen, die sich gewaschen haben sollte. Es kommt also nur darauf an, daß Sie ihn warm halten und ihm jetzt die Recension meines zweiten Theils und Hartmanns, unter der Bedingung, sie versprochenermaßen bald zu liesern auftragen". Die Hartmannsche Schrift, von der in den vorstehend mitgetheilten Briefen mehrfach die Rede ist, führt den Titel: „Untersuchung ob die bürgerliche Freyheit den Juden zu gestatten sey von Fr. S. Hartmann, Berlin 1783" (Näheres darüber vgl. m. Gesch. der Juden in Berlin II, S. 155—158). Dohm hat zwar in der A. D. B. nicht das Wort über die Hartmannsche Schrift ergriffen, wol aber im 2. Bande seines Werkes (S. 25—28). Als Ergänzung seiner Briefe mag diese Ausführung hier einen Platz finden. „Da die Schrift nach der meinigen erschien und auch derselben vorzüglich entgegengesetzt ist, so hätte ich gewünscht, daß der Herr Verf. Gründe und Gegengründe unparthehisch und strenge geprüft, das Fehlerhaste meiner Vorschläge entwickelt und bessere an ihre Stelle gesetzt hätte. Er hat dies nicht gethan und nach meiner Einsicht die Untersuchung nicht weiter gebracht, da die erheblichen Einwürfe schon von andern mit weit mehr Stärke und Bestimmtheit dargestellt sind. Seine Ideen dünken mich noch nicht entwickelt und hell genug zu sein und ich verzeihe es ihm daher gern, daß er mich unaufhörlich mißversteht, den Geist meiner Schrift ganz verfehlt und mir Behauptungen Schuld giebt, an die ich nicht gedacht habe und

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