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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 84

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Aus Briefen Dohms an Nicolai
Date
1892-01-01
Page
Seite 84 (sequence 10)
Language
German
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84 Neue Mittheilungen. er mit einem hohen Grade von Scharfsinn und Menschlichkeit verbindet. Seine Beurtheilung ist grade eine solche, wie ich sie mir wünschte. Die Art, wie er Schwierigkeiten scharfsinnig bemerkt, beweiset sein Verlangen, sie gehoben zu sehen und sein Widerspruch hat mir die größte Achtung für ihn eingeflößt. Ich werde auf denselben vorzüglich Rücksicht nehmen und ich ersuche alle meine Leser, diese Beurtheilung mit Aufmerksamkeit zu lesen, ehe sie mit mir weiter fortgehen". Die französische Übersetzung der Dohmschen Schrift von Bernouilli erschien u. d. T.: De 1a rekorme xolitiHue äes ^ui5s 1782. Ueber die seltsamen Schicksale dieser gleichfalls bei Nicolai erschienenen Übersetzung vgl. Gronau, Dohm S. 89 fg. Eine Anzeige dieser Übersetzung ist, soweit ich sehen konnte, nicht erschienen. Sieben Monate nach dem zuletzt mitgetheilten Schreiben Dohms, das zu so vielen erklärenden Ausführungen Veranlassung gab, richtete Dohm (30. Okt. 1783) ein neues Schreiben an Nicolai, das wiederum von interessanten Recensionsn'öthen Zeugniß ablegt. Er schreibt: „In anliegendem Zeitungsbuche lesen Sie doch das 165. Stück der „G'öttinger Anzeigen", die Recensionen über verschiedene Schriften von Juden und sehen, welche boshaften Anspielungen sich der boshafte Mensch erlaubt hat, auch wie er Hartmanns erbärmliche Schrift der meinigen vorzieht. Daß dieses, besonders in der G'öttinger Zeitung, Eindruck macht, ist gewiß; schon, ehe ich es gelesen, hat mir vor einigen Tagen der Minister Heinitz davon geredet. Ich wünschte, daß doch bald in der Bibliothek über diese wirklich schändliche, Behandlung und Anschwärzung eines Menschen (dem ich viele wahre Freundschaftsdienste erwiesen, welches aber, wie sich von selbst versteht, nur Ihnen gesagt ist) ein Wort mit gehöriger Energie gesagt würde, etwa bei der Anzeige von Hartmanns Geschmiere. Ich selbst kann es nicht so, wie es geschehen muß". Die Angelegenheit selbst muß Dohm sehr mächtig erregt haben. Nicolai hat wohl umgehend Dohm ein Billet geschrieben, in welchem er ihn, trotz des Schlußpassus des eben mitgetheilten Briefes, ausfordert, seine Verteidigung selbst, freilich ohne Nennung seines Namens, zu übernehmen, denn Dohm antwortet an demselben Tage: „Nie, liebster Freund, habe ich mich überwinden können, etwas über mich selbst zu sagen, ohne meinen Namen darunter zu schreiben, und ich kann mich auch jetzt in die Lage nicht setzen und wenn auch mein zweiter Theil gar nicht recensirt würde. Sie haben Recht, gegen die Zeit, daß die Recension in der Bibliothek gedruckt wird, ist die G'öttinger vergessen, ich wünschte auch durchaus keine Widerlegung, sondern nur ein Wort über die ungereimte Ausposaunung von

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