Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Briefen Dohms an Nicolai
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Neue Mittheilungen. 3. wünschte, daß für die Hallische Zeitung Eberhard eine Anzeige macht, welches ich Sie zu besorgen bitte, ebenso auch die Leipziger, Jenaer Wittenberger. Ich sorge für die Greifswalder, Erfurter, Straßburger, gebe auch Büsching, Sprengel, Moses, Wessely und dem Herrn Unzer wegen seiner Anmerkungen ein Exemplar. Besonders aber würde es wohl für den Absatz gut sein, wenn Sie in der Hamburger Zeitung noch vor der Messe Anzeigen erwirken könnten. 4. Ich möchte gern bald an Herrn Klockenbrinck 1 Exemplar nebst den fertigen Bogen des zweiten Theils schicken. Haben Sie Gelegenheit noch vor der Messe ein Packet an ihn zu bringen? Ich wünschte auch, daß Sie ihm die fernere Recenfion in der Allgemeinen Bibliothek auftrügen, damit er nicht glaube, man sei über die vorige empfindlich. 5. Ich wünschte, daß auch von der französischen Übersetzung bald eine Anzeige in der Bibliothek erscheine". Gar Manches in diesem Briefe verlangt und verdient eine nähere Auseinandersetzung. DerH., der in den Göttingischen gelehrten Anzeigen') schrieb, war Hißmann, ein nicht unverdienter Philosoph (1752—1784), der sich durch Übersetzungen und eine Arbeit über Seidnitz besonders bekannt machte. Bei allem Lobe des Verfassers sieht er die Lage der Juden nicht so schlimm an wie jener und will geschichtlich nachweisen, daß die Juden Zu allen Zeiten schlecht gewesen seien. Deswegen zweifelt er an der Ausführbarkeit der Dohmschen Vorschläge, empfiehlt aber trotzdem die Lectüre des Buches denjenigen, die über die Lage der Juden zu bestimmen hätten. 2) Daß Dohm mit einer solchen Verkennung seiner Ansichten nicht ») So, nicht „Anzeiger", wie Graetz XI, S. 78 A. 1 schreibt; Zugabe Bd. II, No. 48, S. 753—763. 2) In einer Anmerkung wenigstens mag Anfang und Schluß der Hißmannschen Besprechung mitgetheilt werden. Der Anfang lautet: „Eine wackere Schrift, voll der lichtesten Blicke in das Wesen der Staatskunst, Gesetzgebung und der davon abhängenden bürgerlichen Glückseligkeit. Man muß wünschen, daß die nachdrückliche Fürsprache dieses eifrigsten unter allen Vertheidigern der Juden nicht blos von dem kleinen Theil des lesenden gelehrten, meist unwirksamen Publikums, sondern hauptsächlich von den Großen dieser Erde gehört werde, denen das glückliche Loos gefallen, versäumte Menschen zu beglücken. Wenn die Vorschläge des Verf.'s auch nicht in der weiten Ausdehnung ausführbar wären (wie wir wenigstens nicht glauben), so könnte doch einiges zur Verbesserung der Politischen Verhältnisse dieses Volks gethan werden". Und der Schluß: „Uns soll es übrigens freuen, wenn irgend ein Staat durch eine glückliche Realifirung dieser vom Verfasser gethanen Vorschläge beweisen wird, daß wir ohne hinlänglichen Grund an der Ausführbarkeit derselben gezweifelt haben". Von dieser Recension nun, über welche die Leser durch die eben mitgetheilten