Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Briefen Dohms an Nicolai
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Neue Mittheilungen. Exemplare aus fem Papier abziehen zu lassen. Da Sie durchaus wollen, daß ein Autor bei Ablieferung der Waare auch seinen Preis sage, so will ich es diesmal ohne Compumente thun. 1 Lcor. pro Bogen der neuen Auflage und 2 Ldor. pro Bogen der Zusätze ist, wie mich dünkt, ein nach den Umständen billiges Honorar und ich bin versichert, daß Sie es mit Vergnügen bewilligen". Die gesperrt gedruckte Stelle ist sehr wichtig, weil sie die authentische Anerkennung von Mendelssohns Mitarbeiterschast an dem Dohmschen Werke enthält, denn das Zugeständniß von Freiexemplare ist eben eine Gewährung von Autorrechten. Die Dohmschen Forderungen erscheinen allerdings, selbst nach damaligen Honorarbegrifsen, durchaus billig. Nicolai dagegen fand sie übertrieben. Er schrieb an den Rand des Brieses: „Seltsam. Das geht gar nicht", setzte auseinander, daß Dohms Buch eine Zeitschrift, d. h. eine nur für die Zeit berechnete Arbeit gewesen sei und machte den Vorschlag, lieber den zweiten Theil einem andern Buchhändler zu überlassen. Der genauere Inhalt seines Schreibens geht aus Dohms Antwort (15. Nov. 1782) hervor, diese lautet: „Ich muß gestehn, theuester Freund, daß Ihr Befremden über meine Forderungen, die mir nach den Umständen so billig schien, mich nicht wenig befremdet hat. Ich bedaure, daß Sie sich die Mühe gegeben, in so weitläufige Erörterungen einzugehen. .. Wenn man sogleich beim Abdruck einer Schrift 200 Exemplare baar verkauft, um damit etwas mehr als die Druckkosten (die auf gewöhnlichem Wege erst nach Jahr und Tag herauskommen) bekommt: wenn man nach einem halben Jahre 750 Exemplare an die Buchhändler absetzt und sür die erste Auflage ein Honorarium gegeben hat, wie es der unterste der Uebersetzer bekommt... so hatte ich geglaubt, dieses sei einer der seltenen Fälle, wo ein braver Buchhändler und noch mehr ein Gelehrter und Schriftsteller, der die ausnehmende Disproportion zwischen dem gewöhnlichen Honorar und Arbeiten, wie die meinigen, selbst fühlt, mit Vergnügen bei einer zweiten Auflage den Schriftsteller an seinem eigenen Gewinn einen verhältnißmäßigen Antheil bewilligen würde. .. Hier ist nun meine Finalerklärung: Eine zweite Auflage Ihres rechtmäßigen Verlags bei einem andern Buchhändler würde ein widerliches Aussehen erregen und uns beiden unangenehme Vermuthungen und Nachreden verursachen. Ich überlasse sie also Ihnen zum Drucke und für die viele Mühe und Zeit, die sie mir gekostet, sollen Sie nur entweder wie bei der ersten Auslage einen Dukaten oder gar nichts geben. Welchen von beiden Fällen Sie wählen wollen oder vielmehr nach Ihrer Lage können, überlasse ich ganz Ihrem Urtheile; nur muß ich bitten, einen von beiden zu wählen. In jedem werde ich