Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Briefen Dohms an Nicolai
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2259275-2259319-2259321-2264869--1910-2264964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aus Briefen Dohms an Nicolai. 77 „Das Manuscript habe ich Herrn Moses mit der Bemerkung wegen des Rufs des Hochmuths geschickt. Hierbei die Schrift von Wesselh. Wenn Sie die Schriften, welche zwischen Platner und Wezel gewechselt worden, zur Hand haben, so bitte sie mir zur Abwechselung bei meiner Actenarbeit aus. Von den Grenzirrungen zu den Irrungen der Weltweisen und schönen Geister überzugehen, ist eine Erholung". Nicht in den literarischen Anspielungen liegen die eigentlichen Schwierigkeiten des Briefes. Dohms Arbeit bezieht sich wol auf die Danziger Gränzansprüche; der philosophische Streit zwischen Platner und Wezel auf die von dem Ersteren herausgegebenen Schrift „Ueber den Atheismus" (1781). Hartwig Wesselhs Schrift sind die 1782 erschienenen „Worte des Friedens und der Wahrheit". Was aber die gesperrt gedruckten Worte, die im Original nicht unterstrichen sind, bedeuten sollen, weiß ich nicht zu zu sagen. Ist das Manuscript etwa das einer für die Allgemeine deutsche Bibliothek eingesendeten Recension des Dohmschen Werkes? Wenige Wochen später erschien die Michaelissche Recension ^) des Dohmschen Buches. Dohm schickte sie mit der Bitte um Rücksendung an Nicolai (13. März) und ließ bald (27. März) die Bemerkung folgen: „Schreiben Sie wohl bald nach Göttingen und erlauben mir bei der Gelegenheit Herrn Ritter Michaelis zu antworten, auch ihm unfern R. Ben Manasseh zuzuschicken, damit er einsehe, was Michaelisschen Rechtes ist". Die letztere Bemerkung ist eine scherzhafte Anspielung auf Ms. Werk „Mosaisches Recht"; die Schrift, welche Dohm nach Göttingen senden will, ist die Herzsche Übersetzung von Manasses den Israels „Rettung der Juden". Die erste Auflage des Dohmschen Buches war bald vergriffen, daher sollte eine zweite folgen. Die mannigfachen in den Recensionen erhobenen Einwände machten weitere Ausführungen nöthig, die einen zweiten Theil bilden sollten. Darüber handelt ein fernerer Brief Dohms (4. Nov. 1782): „Ich übersende Ihnen hierbei, theuerster Freund, die neue Ausgabe meiner Schrift völlig druckfähig und bitte bei derselben anliegende Anmerkungen dem Setzer zu übergeben, auch ihm einzuschärfen, daß keine Blättchens verworfen werden, weil ich diese nicht wohl ersetzen könnte... Sobald ich kann, gehe ich nun an die Zusätze zum zweiten Theil, wie ich sie vielleicht nennen werde und ich hoffe, sie sollen auch noch zur Ostermesse fertig werden, doch kann ich davon nichts ganz Gewisses versprechen. Vorerst haben Sie hier das Dringende. Von Herrn Moses werden Sie wohl hören ob er Exemplare verlangt; mir aber bitte ich 12 ') Vgl. darüber Grätz XI, S. 78—80.