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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 51

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich
Date
1892-01-01
Page
Seite 51 (sequence 25)
Language
German
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Wolf: Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich. 51 verlangten, als die allgemeine Bildung zunahm (Galizien machte hiervon, abgesehen von Lemberg :c. eine Ausnahme), daß die Rabbiner neben dem talmudischen Wissen auch eine gewisse Summe allgemeinen Wissens haben sollen; viele verlangten direct philosophische Bildung. Das Convict in Padua konnte jedoch nicht in Betracht gezogen werden, da der Unterricht daselbst in italienischer Sprache stattfand. Als daher das Seminar zu Breslau gegründet worden war, beabsichtigte das Ministerium demselben das Oeffentlichkeitsrecht zu geben. Das Rabbinatscollegium zu Prag sprach sich jedoch 1355 dagegen aus. Dasselbe ließ zwar der Gelehrsamkeit und Vertrauenswürdigkeit des Directors Zacharias Frankel alle Gerechtigkeit widerfahren, glaubte aber im allgemeinen bei den notorischen religiösen Spaltungen der israelitischen Gemeinden im Auslande und bei der bekannten Richtung der namentlich in Preußen geübten israelitischen Religionsphilosophie in dem Breslauer Seminar nicht jene Garantien erblicken zu können, welche vom staatlichen Standpunkte Oesterreich und vom religiösen Standpunkte des österreichischen Judenthums für die Ausbildung österrei chischer Rabbiner gefordert werden müßten. Wir unterlassen es an diesem Votum Kritik zu üben, da es sich von selbst richtet. Das Breslauer Seminar erhielt nicht das Oeffentlichkeitsrecht in Oesterreich; die österreichischen Hörer im Breslauer Seminar wurden jedoch, wie andere Hörer der Theologie vom Militärdienste b ejieit und die Zeugnisse desselben werden als giltig anerkannt. Um der Wissenschast des Judenthums ein Plätzchen zu gönnen, begründete der Prediger vr. Adolf Jellinek im Jahre 1863 das Beth-Hamidrasch in Wien. An demselben wirken seit dessen Bestehen bis auf den heutigen Tag die bekannten Gelehrten Isaak Hirsch Weiß und Meier Friedmann. Die Anstalt hat sich seit ihrem Bestehen in ihrer Organisation nicht verändert, sie ist vielmehr zusammengeschrumpft; da in den ersten Jahren auch vr. Jellinek regelmäßig Vorträge hielt. Hoffen wir, daß sie bald das wird, was sie von Anfang an hätte sein sollen^). ^) Zur Kennzeichnung der Strömungen in Regierungskreisen fügen wir folgendes bei. Im Jahre 1865 gingen die sogenannten Orthodoxen in Wien daran einen Verein für das Talmudstudium — Inora ena^im — zu gründen. Der Vorstand der Gemeinde um seine Gutmeinung befragt, sprach sich für denselben aus, da er derartigen Bestrebungen nie entgegentrat. Hierauf befürwortete der Minister Lasser die Bewilligung desselben beim Kaiser (29. Mai 1865) mit dem Bemerken: da der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde der Errichtung dieses neuen Vereins nicht entgegentreten zu wollen erklärt, welche Aeußerung im Hinblick auf das von diesem Vorstande übernommene Protektorat des Vereins 4"

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