Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich
Date
1892-01-01
Page
Seite 45 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2259275-2259319-2259321-2264866--1876-2264932
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Wolf: Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinersch ule in Oesterreich. 45 wirklichen Dogmen festhalten. Es läßt sich nun nicht erwarten, daß in der Schule eines solchen Rabbiners der Sinn für Verbesserungen genährt oder Wehl gar geweckt werde". Es soll daher eine theologische Lehranstalt für die Israeliten begründet werden. Von jüdischer Seite wurde die Frage von Abraham Geiger in seiner wissenschaftlichen Zeitschrist für jüdische Theologie in dem Artikel „Die Gründung einer jüdisch-theologischen Facultät ein dringendes Bedürfniß unserer Zeit" besprochen (Bd. II. S. 1. 1836). Am 6. November 1837 schritt hieraus Hirsch B. Fasset, damals Rabbiner in Proßnitz in Mähren, nachher Rabbiner in Groß-Kanischa in Ungarn, beim Gubernium in Mähren ein, ein rabbinisches Seminar zu errichten, in welchem auch „Philosophie und Homiletik" gelehrt werden sollten. Zur selben Zeit wendete sich der damalige Rabbiner zu Magdeburg, der Begründer und Redacteur der Allg. Zeitung des Judenthums, Dr. Ludwig Philippson an die Vertreter der Israeliten in Wien behufs Errichtung eines Seminars für israelitische Theologen und Lehrer. Doch die Vertreter der Israeliten in Wien waren diesem Vorschlage gegenüber „kühl bis ans Herz hinan". Sie antworteten: „Wir wünschen von Herzen, daß dem anerkannten und tiefgefühlten Bedürfnisse auf eine würdige Weise entsprochen werden möge und werden wir, obschon die Erhaltung und Vervollkommnung so vieler localer Anstalten uns mehr als hinreichend beschäftigt, uns dennoch diesem Gegenstande freundlich zuwenden, sobald wir durch die notwendigen Präliminarien einer das Unternehmen fördernden Organisation und Leitung einerseits, dann des Beitrittes zahlreicher Gemeinden Deutschlands andererseits über die Realisirung unserer Wünsche und Hoffnungen befriedigt sein können". Noch von einer andern Seite wurde die Frage angeregt und zwar von dem Consistorium (jetzt akademischer Senat) der Wiener Universität, welches Vorstellungen wegen Errichtung einer israelitisch-theologischen Lehranstalt an der Wiener Universität bei der Regierung machte. In Folge dessen richtete die Polizei-Oberdirection in Wien an die Vertreter eine Zuschrift und diese antworteten 2. August 1838, daß die Errichtung einer israelitisch-theologischen Lehranstalt an einer deutsch-erbländischen Universität allerdings sehr wünschenswerth erscheinen würde ^) — das war alles. Man scheint damals in Wien wenig Sinn für die Wissenschaft des Judenthums gehabt zu haben und wollte nicht, daß sich die Anstalt in Wien befinde, da!) Prediger Mannheimer hatte angerathen, die Sache zu fördern und eine Subscription einzuleiten, um die Geldmittel herbeizuschaffen. Zu diesem Zweck verfertigte er einen Aufruf, der aber seiner Ausdehnung wegen hier nicht mitgetheilt werden kann.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.