Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 15)
- Language
- German
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WoLs: Die Versuche zur Errichtung einer RabbLuerschule in Oesterreich. 41 nach dem Tode verdammen sie ihn in die Hölle. Wer am Feiertage eine Zeile schreibt, oder mit dem Stock ausgeht, wird dem Meineidigen und Mörder gleich gestellt. Diese Rabbiner (40) haben jüngst ^) erklärt, man müsse die Fluchgebete beibehalten, und die Einführung deutscher Gebete belegten sie mit Bann und Fluch. Sie ersticken jeden Funken von Patriotismus, weil sie die Juden als Gefangene betrachten. „So lange die Juden an den Vorschriften der Mythen und Legenden der Rabbiner festhalten, so lange nicht alle Zusätze zu der reinen mosaischen Religion, welche für den Geist der gegenwärtigen Zeit und den Staatszweck nicht mehr passen, ausgeschieden werden, die bestehenden Rabbiner, welche bloß Ceremoniäre sind, mit ihren verderblichen Grundsätzen beseitigt, und statt ihrer gebildete Rabbiner als Volksschullehrer angestellt werden, — so lange ist kein Heil". Er empfahl daher: Die Errichtung einer theologischen Lehranstalt. Nach vollendetem philosophischen Curse sei zu unterrichten: Das mosaische Gefetz in der Ursprache. Syrische, chaldäische und arabische Sprache. Exegese und Hermeneutik. Archäologie und Chronologie. Um die mosaische Religion in ihrer Reinheit frei von falschen Erklärungen kennen zu lernen, soll ferner gelehrt werden: Katechetik und Homiletik. Liturgie und deren Geschichte. Der Talmud und dessen Geschichte. Es sollen vier Professoren und ein Adjunct angestellt werden. Die Ausgaben sollen von den in allen Provinzen bestehenden Stiftungen für Talmudlehrer und Schüler bestritten werden. Die Lehrer der Anstalt bilden eine Art Consistorium. Die Männer, welche die Lehrbücher abfassen und die Stellen bekleiden, werden sich finden. Der Titel Rabbiner könnte in Prediger oder Pastor verwandelt werden, damit anständige Leute das Amt annehmen. Herz Homberg erklärt: Die jetzigen Rabbiner wissen blos, wie man das Osterbrod backen, wie hoch die Laubhütte sein solle :c., beim Gottesdienste sehen sie nicht auf Ruhe. An Büß-, Sabbath- und Festtagen fordern sie Gott auf, das Blut seiner Diener zu rächen, ebenso im täglichen Gebet: Alenu. Bei Gelegenheit des Hamburger Tempelstreites.