Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 11)
- Language
- German
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Wolf: Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich. Z7 gänzlich abgeschafft und die etwa vorhandenen unter Aufsicht der Normal lehrer gestellt werden. Die Commisfion war nicht einverstanden mit der Abschaffung der Rabbiner, aber wissenschaftliche Forderungen solle man stellen. Der Gemeinde bleibe es freigestellt, einen Rabbiner aufzunehmen. Geburts-, Trau- und Todten-Register sollen die Normallehrer führen, denen die Rabbiner nicht untergeordnet seien. Um den Esprit äe eorxs zu bannen, soll die gesetzmäßige Einteilung der Gemeinden abgestellt werden. Homberg, a) Die Vorsteher der Juden sollen aufhören und sollen bloß Shnagogenvorsteher bestehen, d) Die jüdischen und christlichen Armen sollen von der allgemeinen Gemeindecasse versorgt werden. Die Commisfion ist mit a), aber nicht mit d) einverstanden. Homberg. Ueber die jüdischen Bücher soll ein ^uto äs. 5e gemacht werden. Der Unterricht der Normalschulen soll nicht bloß für kleine Kinder, sondern auch für Erwachsene sein. Commisfion. Dieser Gegenstand soll berathen werden. Homberg. Zur physischen Stärkung der Juden soll a) bei der Beschneidung ein Arzt anwesend sein; d) Sie sollen persönlich Militärdienst leisten, und Soldaten und Ackerbauer sollen emancipirt sein. Commisfion. Einverstanden. Homberg. Man soll die Juden von Handel, Lieferungen und Pachtungen abziehen. Commisfion. Einverstanden. Homberg. Die Beschränkung der Fortpflanzung sei für das Familienwesen schädlich Der gebesserte Jude soll gleichberechtigt sein. Commisfion. Bedarf der Erörterung. Infolge dieser Verhandlungen schlug die Hofkanzlei, 25. Juli 1795, unter Anderem vor, „eine Commisfion zur Prüfung des Talmud einzusetzen". Hierzu sei ausgebreitete Gelehrsamkeit und Geschichtskenntniß, mit philosophischem Prüfungsgeiste verbunden, erforderlich. Diese Eigenschaften vereine Josef v. Sonnenfels; daher solle dieser die Prüfung vernehmen-). „Die zu dem öffentlichen wie Privatgebrauch nothwendigen Bücher sind der Censur vorzulegen, bei welcher die jüdischen Lehrer zuzuziehen sind". Hierauf erfolgte nachstehende Kaiserliche Resolution, die wir wörtlich folgen lassen, da sie mannigfaches Interesse bietet:!) In Böhmen, Mähren und Schlesien war die Zahl der jüdischen Familien fixirt. Sonnenfels war bekanntlich ein getaufter Jude.