Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich
Date
1892-01-01
Page
Seite 29 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2259275-2259319-2259321-2264866--1860-2264916
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wols: Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich. 29 jähr, als zu Ostern und Michaelis denen anderen sechs-) Juden Rabbiner bekannt machen, was er für einen Tractat oder sogenannte Naseedet zur Lehre erwählen wolle, damit auch selbe ihren anvertrauten Studenten das nämliche vertragen, diese aber im Falle einer Abwechslung bei dem andern Rabbiner ihre Lwäia fortsetzen und sodann auch ermessen werden können, in wie weit sich die Sekolareu geübt, folglichen was der oder jener Rabbiner Nützliches in ihnen gewirkt habe". Wir fügen hier den Inhalt der folgenden Paragraphe bei: Z 3 Der Landrabbiner sowie die anderen Rabbiner sollen wöchentlich die einheimischen wie die fremden Sedolareu prüfen, um sich von ihren Fortschritten zu überzeugen. Z 4. Wenn der Rabbiner nicht in der Lage ist, diese Prüfung vorzunehmen, soll er einen Stellvertreter bestimmen; die Väter, Vormünder und Vorsteher sind anzuweisen, ihre Kinder oder Waisen mindestens bis zum 13. Jahre ihres Alters unterrichten zu lassen. Jene, die unfähig sind, weiter zu studiren, sollen für die Handlung fähig gemacht werden oder sollen ein Handwerk erlernen. K 5. In kleinen Orten, wo kein Rabbiner ist, soll wenigstens ein Schulmeister bestellt werden, welcher die Jugend im Lesen und Schreiben und was hauptsächlich Gott und das Gesetz Moses sei, unterweise. Die Verm'öglichen, wenn sie auch keine schulpflichtigen Kinder haben, müssen gleichwohl zur Subsistenz des Schulmeisters einen proportionirten Beitrag leisten. Wie wir hinzufügen wollen, hatte die Kaiserin wie bekannt 1772 die Volksschulen begründet. Dem Unterrichte der israelitischen Jugend brachte sie schon im Jahre 1750 Interesse entgegen, wobei sie allerdings nur die Wünsche der Juden befriedigte. Unter Kaiser Joses wurde der Gegenstand wegen Errichtung von Rabbinerschulen auss Neue angeregt und war es Herz Hombergs), der sich um die Sache bemühete. Josef Anton Gall, Oberaufseher der deutschen Schulen, ') Mähren war in sechs Kreise eingetheilt und sind hier die Kreisrabbiner gemeint. 2) Homberg war bekanntlich Erzieher de? Kinder Mendelssohn's und schrieb einen Theil des CommentarS von Deuternomium. In Oesterreich wurde sein Name durch das von ihm verfaßte Lehrbuch „Bne Zion" berüchtigt. In einem Majestätsgesuche vom 18. August 1833 spricht er sich selbst über den Zweck dieses Buches folgendermaßen aus: „Da Unterzeichneter seinen Eifer durch das von ihm verfaßte Bne Zion religiöse Moral zu verbreiten unter seinen Mitbürgern, sittliche Empfindungen zn beleben nnd sie zu belehren (wie im Bne Zion Z 308 u. ff. geschieht) daß die Grundbegriffe der christlichen Religion mit den unserigen übereinstimmen . . . ." In diesem Gesuche hebt er auch hervor, daß sich einige seiner Kinder taufen ließen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.